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Arberland Ultratrail 2018 – 63km und 2400hm

Der Arberland Ultatrail mit seinen ca. 63km und 2.400hm sollte ein weiterer Höhepunkt für dieses Jahr sein und was die Ultra-Distanzen betrifft auch der krönende Abschluß.

Zwei von drei Ultras hatte ich dieses Jahr schon gefinished und beim Maintal-Ultratrail wurde mir aufgezeigt was es heißt, wenn man nur halbherzig an den Start geht. Auch wenn ich es am Anfang nicht zugeben wollte, hatte mich dieser DNF doch etwas in ein Läufertief gezogen. Ich war müde in den Beinen und vor allem im Kopf. Zum Glück hatte mir kurz nach diesem DNF ein Arbeitskollege und ebenfalls Läufer das Buch „Das Tao des Laufens“ empfohlen (nochmals danke Johannes). Durch das Buch und unseren dreiwöchigen Familienurlaub in Norwegen, habe ich wieder zu meiner alten inneren Stärke zurückgefunden. Hierbei gab mir das Buch viele Impulse darüber nachzudenken, was für mich beim Laufen das wirklich Wichtige ist. Zum anderen hatte ich in Norwegen eine traumhafte Landschaft, mit traumhaften Trails und begriff wieder warum ich eigentlich so gerne laufe. In diesen 3 Wochen bin ich ca. 150 km mit 6.300 hm gelaufen und fühlte mich am Ende so fit wie lange nicht mehr.

Körperlich und im Kopf wieder fit, beschloss ich die letzten 5 Wochen bis zum Arberland-Ultratrail jetzt nicht auf Teufel komm raus zu trainieren, sondern nur soviel wie notwendig, um gut ausgeruht in diesen Lauf zu gehen. Drei Wochen vor dem Start absolvierte ich beim Fränkische Schweiz Marathon meine letzte lange Einheit und diese zeigte mir, dass ich alle richtig gemacht hatte.

Auch wenn ich mich mental und körperlich wieder sehr fit fühlte, bleibe ich doch ein Kopf-Mensch und so grübelte ich immer wieder darüber nach, wie ich denn Arberland-Ultratrail angehen sollte. Wie schnell sollte ich in der leichten Steigung laufe, wann gehen und wieviel Gas bergab geben? Lauter Fragen, die sich mir stellten und auch zu diesem Zeitpunkt kam fremde Hilfe in Form eines Podcasts (Anna Hughes / EPISODE 36: IN WENIGER ALS 8 STUNDEN TRAINING ZUM ULTRA) um die Ecke. Durch den Podcast wurde mir klar, dass es nicht gut war jetzt schon alles planen zu wollen, sondern dass es besser wäre, an dem Tag des Rennens auf meinen Körper zu hören.

Als Kopf-Mensch analysierte ich die Strecke trotzdem Stück für Stück. Ich setzte mir in der Streckenplanung unter GPSies.com, neben den Waypoints für die VPs noch überall dort Marker, wo sich das Gelände auf längere Sicht hin signifikant änderte, um so frühzeitig zu wissen was kommen würde. So kam die Strecke dann auch auf meine Laufuhr und sollte mir unterwegs als Pace-Orientierung dienen.

In GPSies.com kam dabei folgende heraus:

Streckenplanung

Am Freitag, den 21.09.2018, ging es dann bereits gegen Mittag gemeinsam mit meiner Frau in Richtung Bayrischer Wald. Das Wetter war am Freitag wirklich noch hochsommerlich und da ich heute nicht allzu viel laufen wollte, beschlossen wir mit der Gondel auf den Großen Arber zu fahren und den Ausblick zu genießen. Schon an der unteren Gondelstation entdeckte ich eine paar rote Fähnchen, führte der erste Teil der Strecke uns morgen doch auch hier vorbei. Von der Gondel aus konnte ich so einigermaßen erahnen, wo ich Morgen entlanglaufen musste und der Weg auf den Großen Arber hinauf, kam mir in diesem Augenblick doch extrem steil vor. Oben angekommen gab es immer mehr Indizien für den morgen stattfindenden Lauf.

Nach dieser Gipfel- und Teilstrecken-Besichtigung machten wir uns auf ins Hohenzoller Skistation, von wo aus dieses Jahr der Start des Arberland Ultratrail erfolgen sollte.

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Die Startunterlagen waren schnell abgeholt und so machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft in Bodenmais. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort und (zumindest für mich) einem leichten Abendessen, lag ich bereits um 21:00 Uhr im Bett und hoffte doch gut schlafen zu können.

Als der Wecker dann um 5:15 Uhr klingelte hatte ich wirklich, für eine Nacht vor einem Lauf, sehr gut geschlafen. Da ich in der Pension wohl der einzige Läufer war, hat mir der gute Geist des Hauses für 5:30 Uhr ein individuelles Frühstück zusammen gestellt, welches ich aber nur ein wenig anrührte. Um 5:45 Uhr stand dann auch mein Chauffeur/Supportteam auf und so starteten wir um 6:15 Uhr in Richtung Hohenzoller Skistadion.

Dort angekommen waren erstmal nicht viele Läufer zu sehen, da es gerade mal 8 Grad waren, hatten sich fast alle in den Raum der Startnummernausgabe zurückgezogen.

Erst als gegen 6:40 Uhr eine Durchsage kam, wir sollten uns doch mal so langsam in Richtung Start begeben, setzen sich die Ultras bzw. die, die es an diesem Tag werden wollten, in Bewegung.

Im Startbereich traf ich dann auf ein bekanntes Gesicht und ich kannte auch nur das Gesicht, war das nicht einer der Pacer vom Fränkische Schweiz Marathon?! Der Name zu diesem Gesicht war Bernd und wir unterhielten uns noch ein bisschen, bis wir vom kurzen Racebriefing unterbrochen wurden. Kurz darauf ging es auch schon los und wir wurden von einer Blaskapelle die ersten 50m in den Lauf begleitet.

Jetzt ging es wirklich endlich los! Die ersten Kilometer waren leicht wellig und so konnten wir bis zur Talstation der Großen Arber Bergbahn in einer lockeren Pace laufen. Diese ersten Kilometer gaben mir auch Zeit in den Lauf zu finden und den Puls sowie den gesamten Körper auf Betriebstemperatur hochzufahren. Und dann kam sie, die erste Steigung hoch zum Gipfel der Großen Arber. 3,5 km mit ca. 400 hm auf einem breiten Schotterweg. Wie ich es mir vorgenommen hatte schaltete ich relativ schnell in den Gehmodus und holte meine Stöcke aus dem Quiver. Ich fand schnell meinen Rhythmus und war auch nicht langsamer als die Läufer, die hier langsam hochliefen. Auf dem Weg zum Großen Arber hoch gab es immer wieder kurze Passagen, welche man auch Laufen konnte und so erreichte ich den Gipfel bereits nach 50 Minuten, 20 Minuten schneller als geplant. Oben begrüßte uns gleich mal die erste Miniblaskapelle, die so früh am Morgen schon ordentlich Stimmung machte.

Als wir das Gipfelkreuz auf 1.456 Metern passierten, blies uns ein sehr böiger, kalter Wind entgegen und es war ratsam schnell weiterzulaufen. Jetzt ging es die gerade mühsam erklommenen Höhenmeter zuerst wieder auf einem breiten Forstweg nach unten, bis dann endlich auf die lang ersehnten Trails ging.

ARBERLAND Ultra Trail
Bild von xc-run.de

Hier erwartete uns gleich ein sehr technisches bergab Stück und so früh im Lauf konnte ich diesen noch so richtig genießen. Auch die leichten bergauf Stücke machten so früh am Morgen noch keine Probleme, wenn es so weiter gehen würde wäre es perfekt.

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Es ging vorbei am Mittagsplatzl mit seinen 1.340 m ü. NHN, vorbei am Großen Arbersee, der jetzt um kurz vor 9:00 Uhr noch verlassen da lag und dann schon wieder ins Hohenzoller Skistation, wo der erste VP war.

Und ich sehnte mich nach diesem VP, hatte ich beim Befüllen meiner Softflasks doch einen vehementen Fehler begangen. Ich hatte mir bereits Zuhause mein Getränk aus Maltodextin, löslichem Zitronentee und dieses Mal auch etwas Salz gemischt. Nach dem Gipfel hatte ich den ersten Schluck genommen und hätte kotzen können. Ich hatte leider viel zu viel Salz erwischt und ich Depp hab es vorher nicht probiert. Somit musste ich meine Softflaks leeren und deshalb sehnte ich mich nach dem ersten VP und somit endlich etwas zu trinken.

Im Gegensatz zu heute Morgen beim Start, war hier jetzt schon einiges los. Um 9:00 Uhr erfolgte der Start der 41 km Strecke und die wartenden Läufer machten Stimmung. Ich ließ mir meine geleerten Softflasks mit Wasser und Iso auffüllen und trank selber noch einen schnellen Becher vom Iso-Getränk. So schnell wir das Skistadion erreicht hatten, so schnell machten wir uns wieder auf die Strecke, lagen doch noch gute 47 km vor uns. Der insgesamt fast 16 km lange „Downhill“ ging weiter, zuerst noch durch den Wald und ab der Arberhütte auf 730 m ü. NHN dann entlang des Bach-/Flusslaufs des „Großen Regen“. Ab hier schlängelte sich der Trail leicht wellig und zwischendurch durchaus technisch, vorbei an der Seebachschleife bis zum nächsten VP in Regenhütten.

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Seebachschleife

Wir hatten hier nun schon 25 Kilometer hinter uns, es wurde langsam wärmer und so beschloss ich nun endlich auch mal meine Regenjacke auszuziehen. Während ich so meine Tomate mit Salz und meine Iso-Getränk genoss, schaute ich mal kurz auf die Zeit und wann ich eigentlich geplant hatte hier zu sein. Es war 9:26 Uhr und eigentlich hatte ich geplant erst um 10:17 Uhr hier zu sein. Bin ich den Lauf zu schnell angegangen, würde ich es jetzt auf den restlichen 38km bitter büßen? Ich bin bis jetzt eigentlich komplett nach Gefühl gelaufen und es hat sich die ganze Zeit mehr als gut angefühlt. Ich beschloss jetzt erstmal nicht weiter darüber nachzudenken, denn jetzt lag erstmal ein längerer Anstieg vor uns.

So machte ich mich wieder auf den Weg, ließ den VP hinter, holte meine Stöcke raus und machte mich daran die nächsten 400 hm zu erklimmen. Im Gegensatz zum U.TLW sind die Anstiege hier nicht ganz so technisch und man kann optimal die Stöcke einsetzen, um die Beine etwas zu entlasten. Nach ca. 29 Minuten hatte ich die höchste Stelle, knapp unterhalb der „Rote Höhe“ mit ihren 1.050 m ü. NHN erreicht. Auch der Anstieg ging wesentlich besser als geplant, mit einer Durchschnittspace 10,5 min/km bin ich rückblickend mehr als zufrieden.

Und schon ging es wieder bergab und Richtung des nächsten VP, wo mein Supportteam, in Form meiner Frau auf mich warten sollte. Ich hatte ihr von unterwegs schon immer wieder kurze Nachrichten geschrieben, damit sie wusste, dass ich etwas früher als geplant da sein würde. Am VP in Schöneben angekommen war aber von meinem Supportteam weit und breit nichts zu sehen. Noch hatte ich genügend Gels bei mir und da man diesen VP nach nur 5 km noch einmal passieren sollte, machte ich mir erstmal keine Sorgen. Ich trank einiges, lies meine Softflaks wieder auffüllen, nahm mir noch 2 Weingummis und machte mich auf die 5 km Schleife.

Hier ging es zuerst wieder auf einem breiten Forstweg dahin bis die Wege schmaler wurde und wir die Höhle am Silberberg erreichten.

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Höhle am Silberberg

Hier erwarteten uns schon zwei Helfer, die uns den Zugang zur Höhle zeigten. Naja, so eine richtige Höhle war es jetzt nicht, aber eine coole Abwechslung auf der Strecke. Am Ende der Höhle ging es etwas steiler nach oben und wir passierten nach wenigen 100 Metern den Gipfel des Silberbergs mit seinen 955 m ü. NHN. Was wirklich cool war, war der Trompeten Spieler  (ich glaube zumindest, dass es eine Trompete war), der oben auf dem Gipfel stand und spielte.

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Jetzt ging es zurück zum VP in Schöneben und ich hoffe doch hier meine Gelvorräte auffüllen zu können. Da ich jetzt nicht aus der Richtung kam, aus der meine Frau mich erwartete, sah sie mich natürlich erstmal nicht. Am VP ließ ich mir 2-3 Minuten Zeit, aß und trank nochmal etwas und vergaß fast mir neue Gels geben zu lassen. Dann machte ich mich wieder auf den Weg. Die Hälfte der Strecke war absolviert und es lief immer noch super, mein Vorsprung auf meine Planung betrug jetzt schon 1 Stunde. Mir war klar, dass der Vorsprung nicht ständig so weiterwachsen würde, aber es gab mir ein wirklich gutes inneres Gefühl.

Kurz nach dem VP traf ich auf die dritte Frau (wie sich später erst herausstellte) und wir unterhielten uns kurz und liefen dann ein Stück der Strecke zusammen. Hier muss ich mal erwähnen, dass ich bei diesem Lauf auch wieder die Trail-Community fand, die ich beim Maintal Ultratrail so vermisst hatte. Hier wurde sich immer mal wieder kurz unterhalte, kein stures vor sich hinlaufen, sondern jeder genoss den Lauf und den Austausch mit den anderen Läufern.

Der Arberseeweg führte uns leicht bergauf bis zum Langlaufzentrum Bretterschachten und dann über den Panoramaweg bis kurz unterhalb des Gipfels des Hochzellbergs mit seinen 1.208 m ü. NHN. Auf diesem Stück war alles sehr gut laufbar und die Beine hatten etwas Zeit sich auszuruhen.  Wir verließen den Panoramaweg wieder und schlängelten uns auf schmaleren Wegen bis zum Wasserfall.

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Obere Wasserstube

Kurz danach ging es noch einmal etwas steiler bergauf und mit einem Schlag bekam ich ein ungeheures Hungergefühl. Mein Magen grummelte richtig und da der nächste VP noch ein paar Kilometer entfernt war, blieb mir nichts anderes übrig als zwei Gels zu nehmen. Ich hoffte inständig, dass mein Magen das mitmachen würde. Das Hungergefühl verflog schnell wieder und mein Magen blieb ruhig. Bis zum nächsten VP am Wanderparkplatz Klause ging es jetzt nur noch bergab und so ließ ich es einfach Laufen. Es war schon beeindruckend, dass hier noch eine 5er Pace ging und die Beine sich so locker anfühlten, hatten sie jetzt doch schon 46 km abgespult.

An diesem VP wartete auch wieder meine Frau auf mich, die schwer damit beschäftigt war sich mit den Helferinnen und andern Läuferfrauen zu unterhalten. Ich bekam dann doch etwas Aufmerksamkeit, etwas zu Essen und zu trinken, sowie neue Gels.

Jetzt lag der längste Anstieg vor uns, es waren ca. 600 hm auf ca. 7 km zu erklimmen und ich schaltete mit meinen Stöcken wieder in den Stechschritt-Gehmodus. Irgendwo muss ich an dem Wasserfall „Hochfall“ vorbeigekommen sein, den ich aber gar nicht wahrgenommen habe, ich war voll im „Tunnel“. Nach ca. 45 Minuten erreichte ich den nächsten VP und hatte den Großteil der Steigung hinter mir. Da ich so konzentriert war gleichmäßig hochzugehen, hatte ich auf diesem Stück fast nichts getrunken und bekam prompt meinen Anschiss von der Helferin Vorort. Ich würde viel zu wenig trinken! Ich gelobte Besserung und machte mich auf das nächste Etappenziel zu erklimmen, den Kleinen Arber mit seinen 1384 m ü. NHN, also nur unwesentlich niedriger als sein großer Bruder.

Diesen Teil der Stecke kannte ich jetzt schon vom U.TLW und wusste, dass es gar nicht so schlimm war, wie es von unten aussah. Oben angekommen, verschnaufte ich kurz, machte ein Foto und setzte mich wieder in Bewegung.

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Auch der Downhill vom Kleinen Arber hinab zu Chamer Hütte war mir bekannt und so genoss ich es, obwohl viel Aufmerksamkeit gefragt war um nicht einen Fehltritt zwischen den Steinen zu riskieren. An der Chamer Hütte war einiges los, doch die Wandere dort nahmen nicht viel Notiz von uns. Nach einem kurzen ebenen Stück ging es auf zum letzten Anstieg, noch einmal hoch zum Großen Arber. Dieses Mal ging es von der anderen Seite hoch, zuerst über Wiesen und dann die Holzstufen hoch, die es notwendig machten die letzte Kraft in den Beinen zu mobilisieren.

Hier gab es auch immer wieder kleine Schilder der Veranstalter, um uns zu motivieren und zu zeigen, dass wir es bald geschafft haben.

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Nachdem wir diesen letzte 200 Meter Anstieg hinter uns gebracht hatten und kurz bevor es auf den letzten harten Downhill zum Ziel hinab ging, gab es noch mal einen kleinen VP. Ich merkte schon von weitem, dass die Stimmung hier besonders gut war. Auf die Frage was ich den gerne hätte, sagte ich eine Cola, doch genau die hatten sie nicht. Als ich zum Becher mit vermeintlich alkoholfreiem Bier greifen wollte, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass dies richtiges Bier sein. Auch wurscht, ist ja nur noch ein Downhill von ca. 3 km.

So gestärkt verabschiedete ich mich und machte ich mich auf den Weg. Ich verstand schnell, was der Veranstalter damit meinte, er hätte am Ende noch ein Schmankerl für uns. Der Downhill ging rasant bergab, aber es war kein ebener Trail, nein der Weg war durch und durch mit Felsen durchsetzt. Es galt sich seinen Weg zu suchen und ich war froh als ich nach 1 km endlich den Forstweg erreichte. Ab hier hieß es nur noch laufen lassen, die letzten Meter genießen. Schon von weitem war die Musik und das bunte Treiben in Skistadion zu hören. Die letzten Wellen ging ich noch einmal, um dann locker und entspannt ins Ziel zu laufen.

Es war wiedermal ein Wahnsinns Gefühl eine solche Strecke absolviert zu haben. Ich fühlte mich immer noch fit, hatte heute alles richtig gemacht, hatte auf mein Inneres gehört und den Lauf jeden Meter genossen.

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Am Ende standen 7:43:51 auf der Uhr, über 1 ¼ Stunde schneller als geplant. Ich kam als 41 von 139 Startern auf der Ultradistanz ins Ziel und hatte somit all meine Ziele erreicht.

Hier im Ziel war auch wieder meine Frau, der ich bei diesem Lauf einiges zu verdanken habe. Alleine Ihre Anwesenheit hat mich motiviert und mich dieses Ziel erreichen lassen.

Dieses Jahr gab es keine Medaille, sondern ein schönes Finisher-Glas (hat man sich hier was beim U.TLW abgeschaut?) und das Gute an diesem Glas war, man konnte es sich immer wieder mit Bier auffüllen lassen.

Abschließend sei noch das immer wieder sehenswerte Duschen nach einem solchen Ultra erwähnt. Es gab zwar keine Umkleiden, aber Zimmer in denen man sich umziehen konnte. Eine saubere Aufteilung nach Männlein und Weiblein gab es nicht, doch überall sah man die Probleme, die so ein langer Lauf mit sich bringen.

    • Wie schaffe ich es meine Schuhe zu öffnen?
    • Wie ziehe ich nur meine Socken aus?
    • Soll ich mich hinsetzen oder komme ich sonst nicht wieder hoch?

 

Einfach zu göttlich und man ist selber jemand von ihnen!

Auch bei diesem Lauf muss ich mich am Ende noch mal beim Organisator und allen Helfern an der Strecke bedanken.

Ihr habt einen super Job gemacht.

Die Strecke war optimal ausgeschildert und alle war sehr freundlich und hilfsbereit. 5 von 5 Sternen 😊

So ich ruhe mich jetzt etwas aus, bis es in drei Wochen zum Saisonabschluss zum Neideck 1000 in die Fränkische Schweiz geht und bis dahin …

…Keep on running!

Hier noch mal kurz die Übersicht was ich zeitlich vor hatte und wie es wirklich kam:

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Da ich öfters auch gefragt werde, wie denn meine Ausrüstung für einen solchen Lauf aussieht, hier mal was ich bei diesem Lauf alles dabei hatte:
  • Hoka One One Mafate Speed 2
  • Wrigthsocks
  • Compressport R2 Oxygen Black
  • Salomon Twinskin Short
  • Gore One Active Run Jacke
  • Armlinge
  • Salomon Fast Wing HZ Shirt
  • Salomon Adv Skin 12 mit 2 x 0,5l Softflasks und dem Salomon Quiver
  • Leki Micro Trail Pro
  • Garmin Fenix 3 mit Pulsgurt
  • Stryd
  • Powerbar Power Gel Hydro Cola
  • Salztabletten

19. Fränkische Schweiz Marathon

Einfach mal so einen Marathon laufen, direkt aus dem Training heraus – wieder mal eine ganz neue Erfahrung.

In nicht ganz drei Wochen geht es zum Aberland-Ultratrail und 3 Wochen davor eine lange Einheit ist eigentlich genau das Richtige. Doch 42,195 km ohne vorher getapert zu haben, habe ich bis jetzt auch noch nie gemacht. Ich war wirklich gespannt wie ich, bzw. meine Beine, diesen Marathon mit machen würden.

Mein Plan war relativ einfach: „Ich laufe einfach die ganze Strecke mit den 3:45 Pacern mit. Dann muß ich mir selber keinen Kopf machen und es wird unterwegs auch nicht so langweilig.“

Die letzten 2 Wochen vor dem Lauf, waren immer so um die 70k-Wochen, mit Trails und Bergtraining, alles was man für so einen Ultratrail trainieren sollte. Meine Beine fühlten sich die letzten Wochen wirklich super an, auch hatte ich meinen DNF vom Maintal-Ultratrail mittlerweile ganz gut verkraftet. So machte ich mich am Sonntag morgen um 7:00 Uhr auf in die Fränkische Schweiz und war trotz vieler gesperrter Straßen schon um 7:40 Uhr Vorort und nahm meine Startunterlagen in empfang. Jetzt war noch genügend Zeit sich in Ruhe umzuziehen und die anderen Kleinigkeiten zu erledigen, die vor so einem langen Lauf anstehen.

Kurz vor dem Lauf traf ich dann noch Steffen, der sich heute eine Zeit um die 3 Stunden vorgenommen hatte. Ich zitiere mal: Ich Lauf den auch nicht am Anschlag. Das ist eher so eine Art Formcheck. Ich bin ja grad mir Jörg zusammen in der Vorbereitung für Frankfurt. Ich peile irgendwas 2:59h – 3:10h an. Je nachdem wie „locker“ es sich anfühlt.“ Wenn ich 3 Stunden anpeilen würde, könnte man mich danach sicherlich auf der Intensivstation besuchen!

Dann ging es in den Startblock und ich positionierte mich sofort bei den 3:45 Pacern, sie sollten heute mein Garant dafür sein, dass ich nicht zu schnell Laufen würde. Plötzlich wurden die letzten 10 Sekunden herunter gezählt und schon ging es los. Um die 3:45 Pacer sammelten sich ca. 20 Läufer und wir rollten alle in einer 5:10er Pace dahin, was sich wirklich schön locker anfühlte.

Streckenverlauf

Die Strecke führte auf der gesperrten Bundesstraße aus Ebermannstadt heraus in Richtung Weilersbach, wo genau nach 5km der Wendepunkt war. Jetzt ging es die gleichen 5km zurück in Richtung Ebermannstadt und wir spürten warum die ersten 5km sich so locker angefühlt hatten. Wir hatten Rückenwind gehabt, was leider für die nächsten 21km Gegenwind bedeutete. Durch den Gegenwind ging die Pace auf eine 5:15er zurück, was aber kein Problem war, da wir mit einer 5:15er Pace immer noch optimal auf 3:45er Kurs lagen. Durch die nette Begleitung der Pacer verflog die Zeit wirklich schnell und erst in Ebermannstadt bemerkte ich, dass unsere Gruppe etwas kleiner geworden war, der Gegenwind scheint einigen sehr zugesetzt zu haben.

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Hier aber schon mal ein riesiges Dankeschön an unsere zwei Pacemaker Daniel (3ter von links) und Volker „Zecke“(4ter von links), die die Gruppe wirklich super über die Distanz gebracht haben.

Pacemaker

Die Strecke ist kein flacher Stadtkurs, hat zwar nur 350-400hm doch die bekommt man ab und zu zu spüren. Das erste Stück, wo man diese kleinen bösen Steigungen zu spüren bekommt ist, wenn es wieder aus Ebermannstadt herausgeht in Richtung Gasseldorf geht. Der Höhenunterschied ist minimal, zieht sich aber und wenn man vorher 11k flach gelaufen ist, spürt man ihn um so mehr. Gut zu wissen ist dann, dass bei Kilometer 12 die nächste Verpflegungsstation ist, so hat man ein Ziel was man anvisieren kann. Und hier passierte es dann auch, ich habe mir nur zwei Becher gegriffen und diese im Laufen getrunken, doch die Pacer ließen sich hier etwas mehr Zeit und so klaffte plötzlich eine Lücke zwischen uns. Es waren noch zwei andere Läufer mit mir vorne weg und ich überlegte kurz zu warten, doch ich befand mich so im Flow, dass ich beschloss er weiter laufen zu lassen.

Die Kilometer bis zur virtuellen Halbmarathon-Marke flogen einfach nur so dahin, meine Pace lag extrem konstant bei einer 5:15 und alles fühlte sich super an. Wir liefen bis hier hin in einer kleinen 3er Gruppe und aus irgendeinem Grund erhöhte sich meine Pace ein bisschen (5:08) und so setzte ich mich ein bisschen von den anderen Beiden ab. Bei Kilometer 26 hat man dann die Behringersmühle erreicht und somit auch den zweiten Wendepunkt der Strecke. Als ich das letzte Mal hier vor zwei Jahren gelaufen bin, ging es mir hier richtig dreckig, da ich am Anfang total überpaced hatte, doch heute fühlte ich mich top und so nahm ich den Rückweg mit seinen 16km in Angriff.

Kurz nach der Wende kamen mir dann auch die 3:45 Pacer entgegen und ich überlegte kurz etwas Tempo raus zu nehmen um auf sie zu waren, doch ich beschloss einfach konstant weiter zu laufen. Sollte ich am Ende noch einbrechen, könnte ich mich immer noch wieder an sie dranhängen. Jetzt ging es erstmal bergab, denn dass sollte man auch erwähnen, die meisten positiven Höhenmeter macht man auf der Strecke zwischen Kilometer 11 und 26, danach geht es eigentlich nur noch bergab (abgesehen von ein paar kleinen Steigungen, doch zu denen kommen wir noch). Auf den nächsten Kilometern konnte man somit bei gleicher Pace etwas von seinen Kräften einsparen.

So ca. bei Kilometer 33 kommt es dann wieder zu einer Besonderheit der Strecke. Die Halbmarathonläufer sind erst um 10:45 Uhr gestartet und haben so ungefähr beim 33ten Marathonkilometer ihren Wendepunkt. Das bedeutet, dass es zum einen wieder voller auf der Strecke wird, zum anderen gibt es aber auch wieder etwas Abwechslung, denn das Feld der etwas über 200 Marathonläufern hat sich zu diesem Zeitpunkt schon sehr weit auseinander gezogen.

Als ich gerade so 500 Meter hinter dem Halbmarathon-Wendepunkt bin kommen mir die 1:29 Pacer für den Halbmarathon entgegen und unter ihnen ein bekanntes Gesicht. Jörg hat sich heute das Ziel Sub90 gesetzt und scheint noch sehr gut dabei zu sein. Von jetzt ab warte ich eigentlich die ganze Zeit darauf, das Jörg mich überholt, doch es dauert bis Kilometer 36 bis mich die 1:29 Pacer überholen und Jörg ist nicht mit dabei. Ich mache mir gerade schon Gedanken darüber was mit ihm los ist, als er zum Glück hinter mir auftaucht. Er klagt ein bisschen über Seitenstechen, beisst sich aber weiter durch und liegt immer noch auf Sub90 Kurs.

So langsam fängt es im Kopf an zu arbeiten, zu arbeiten in der Form, dass ich rechne wie lange ich noch laufen „muß“, wieviel Puffer ich noch habe um unter 3:45 zu bleiben usw.. Eigentlich total unnütz, da ich heute ganz entspannt laufen wollte und auch keiner Zeit hinterherjage. Doch das sind die Mysterien eines Marathons, irgendwann fängt der Kopf mit diesen Spielchen an, egal ob man will oder nicht. Bis jetzt bin ich die ganze Zeit durchgelaufen und verfalle bei der nächsten Verpflegungsstation schon fast der Versuchung mal zu gehen und in Ruhe zu trinken, doch ich widerstehe dieser Versuchung, denn noch laufen die Beine wirklich super, nur wie schon gesagt fängt der Kopf langsam mit Spielchen an.

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Bis Kilometer 37 rollt es weiter und ich habe zum Glück auch wieder 2 andere Läufer gefunden, die meine Pace laufen und an die ich mich dranhängen kann. Wir wechseln ein paar Worte doch Kilometer für Kilometer wird jeder fokussierter und ruhiger. Dann passiert es bei der Verpflegungsstelle bei Kilometer 37, ich nehme mir die Zeit einen Becher Wasser und einen Becher Cola ganz in Ruhe im gehen zu tinken.

Wow … so Gehen hat auch was …

Zum Glück fällt mir das wieder Anlaufen nicht schwer und ich komme gleich wieder in meinen Flow, die anderen Beiden sind zwar weg, aber das stört mich nicht wirklich, jetzt sind es nur noch 5k. Es kommt noch eine Verpflegungsstation und zwei kleine Anstiege, wobei sich nur der letzte „Berg/Anstieg“ bei Kilometer 40,5 wirklich zieht. So laufen Kilometer 39 und 40 dann auch wieder ganz entspannt und ich steuere die letzte Verpflegungsstation an, die vor dem letzten Anstieg liegt. Na, als Trailläufer sollte ich 15hm auf was weiß ich wie vielen hundert Metern Strecke nicht als Anstieg bezeichnen, doch bei einem Straßenlauf sind solche langgezogenen kleinen Anstiege für mich immer wieder etwas ganz anderes.

An der letzten Verpflegungsstation dann das selbe Prozedere wie zuvor, gehen, in Ruhe trinken und wieder anlaufen und dann geht es den „Berg/Anstieg“ hoch. Es zieht sich etwas, tut aber nicht so weh wie vor zwei Jahren noch und ich kann sogar ein paar Läufer überholen. Oben angekommen heißt es nur noch gut 1 Kilometer und dann sind die 42,195 km, der Marathon, absolviert. Da es vorher bergauf ging, geht es jetzt bergab und das heißt wiederum es laufen lassen.

Jetzt stellt sich auch dieses Gefühl ein, dass alles gar nicht so schlimm war und der Lauf wirklich super gelaufen ist. Diesmal kein überpacen, keine Gehpausen, kein Denken an Aufgeben, einfach nur Laufen und dass ohne Druck …. genial!

Schon tauchte das 500m Schild auf und das Ziel kommt in Sicht, noch einmal etwas beschleunigen, etwas aufrechter laufen, man will ja auch eine gute Figur machen wenn man ins Ziel einläuft und schon sind es nur noch wenige Meter. Genau nach 3:41:16 überlaufe ich die Ziellinie und bin sehr froh, dass dieser lange Testlauf vor dem nächsten Ultra wirklich so gut gelaufen ist. Jetzt gönne ich mir erstmal 1-2 alkoholfreie Biere und Cola, setze mich hin und meine Beine genießen die Entspannung.

Als ich wieder ein paar Kräfte gesammelt habe schaue ich mich noch etwas um und entdecke die 3:45 Pacer bei denen ich mich bedanke, sowie auch eine Läuferin, die in dem 3er-Team bis Kilometer 25-26 dabei war.

Erwähnen muss ich noch, dass  Jörg sein Ziel Sub90 auf dem Halbmarathon erreicht hat und mit einer 1:29:27 die Ziellinie passierte. Auch Steffen hat bei seinem Formcheck eine top Zeit erreicht und ist nach 3:01:28 als 14ter Overall im Ziel. Ich bin gespannt was da beim Frankfurt Marathon passiert!

Bei mir gibt es jetzt erstmal nicht viel Pause, in der 3 letzten Woche vor dem Ultra sind noch ein paar Einheiten geplant und erst dann geht es mit großen Schritten in die Tapering-Phase.

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Bis zum nächsten Bericht …

Keep on running!

Laufen zwischen Leoparden und Giraffen

Gestern noch beim Funrun im Nürnberegr Südwestpark und heute dann beim Nürnberger Tiergartenlauf. Zwei schnellere 10er hintereinader … eigentlich kein Problem, wäre da nicht  noch der Ultratrail Lamer Winkel , der mir vom vergangenen Samstag noch in den Knochen steckte, aber für seine schlechte Planung ist ja jeder selbst verantwortlich.

Der gestrige Funrun lief eigentlich ganz gut, 5 Tage Pause hatten zur Regeneration gereicht, um die 9,9 km nicht krichen zu müssen. Doch heute, wie würde es heute aussehen, noch dazu hatte es selbst am Abend um 18:30 Uhr fast 30 Grand und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit.

Den Nürnberger Tiergartenlauf wollte ich eigentlich schon letztes Jahr laufen, musste aber krankheitsbedingt auf den Start verzichten. Dieses Jahr wollte ich endlich mal zwischen Leoparden und Giraffen laufen und wer den Nürnberger Tiergarten kennt, der weiß dass es eine sehr schöne Anlage ist, auf der auch ein paar Höhenmeter zusammen kommen.

Die 10 Kilometer bestehen aus 3 Runden, vorbei an Giraffen, Affen, Dromedaren, Eisbären, Leoparden, Löwen und allem was so ein Tiergarten zu bieten hat … fast eine Lauf-Safari.

Hautplauf

Dieses war einer der wenigen Läufe, wenn nicht sogar der einzigste Lauf, an dem meine komplette Familie dabei war. Die Zuschauer hatten ab 17:30 freien Eintritt in den Tiergarten und konnten so an verschiedenen Stellen denn Läufern zusehen, sie anfeuern und bejubeln.

Der Hauptlauf über die 10 km startete um 19:00 Uhr, zeitgleich mit den 6,6 km Läufern die nur 2 Runden laufen würden, somit waren wir ungefähr 350 Starter.

Kurz vor dem Start stand trotz der hohen Temperaturen noch kurzes einlaufen an, also um 18:45 Uhr eine kurze 1,5 Kilometer Runde gedreht und mein Aufwärmprogramm abgespult. Da ich nach diesem Einlaufen schon so schwitzte, wollte ich mir zumindest noch kurz einen Becher Wasser im Start/Ziel-Bereich gönnen, doch die Helfer rückten nichts raus, was bei mir auf ein völliges Unverständnis traf. Ich bekam nur zu hören, das er (der Helfer) schon über 100 andere Läufer vor mir abgewiesen hätte und es doch schon nach 1 km eine Verpflegungsstelle geben würde (sie kam leider erst nach 2,5 km). Also stellte ich mich schon durchgeschwitzt und durstig in die Startaufstellung und sehnte die erste Verpflegungsstaion herbei.

Der Sprecher gab uns noch ein paar gute Worte mit auf den Weg und um Punkt 19:00 Uhr wurden wir dann auf die Strecke gelassen. Ich hatte mich relativ weit vorne eingereiht, wollte ich doch dem Gedränge im hinteren Starterfeld aus dem Weg gehen, denn die Wege im Tiergarten sind nun mal nicht immer ganz so breit.

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Fotografen Niklas Deutschmann

Da ich meine schweren Beine schnell spürte, wollte ich auf dem ersten Kilometer mal testen was so geht und dann meine weitere Renneinteilung vornehmen. Zu Beginn ging die Runde gleich mal an der Giraffen vorbei … man so lange schmale und kräftige Beine bräuchte man!

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… und anschließend bei den Affen, die diese ganze Lauferei vollkommen cool blieben ließ.

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Fotografen Niklas Deutschmann

Danach ging es dann bis zum 1 Kilometer Schild sehr flach bei den Flamingos und anderem Gefiederzeuch vorbei und nach 4:18 Minuten piepste meine Uhr zum ersten Mal. Für den Start mal wieder relativ flott, doch die Anstiege (immerhin 66 Meter pro Runde) sollten noch kommen und somit garantiert auch eine Verminderung der Pace.

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Hier sah ich auch zum ersten Mal meine Familie, die mich anfeuerte und mir wohl auch schon ansahen, dass das heute nix großes wird. Eigentlich fühlte ich mich noch ganz gut, doch schwitzte ich schon wie ein Wahnsinniger und wollte unbedingt etwas zu trinken haben. Nach der Aussage vom Helfer sollte ja bald eine Verpflegungsstation kommen.

Jetzt ging es hoch zu den Eisbären, hat schon was, so 10 Meter an einem Eisbär vorbei zu laufen, aber es war auch gut zu wissen, dass er nicht hinter einem her kommen konnte. Nach weiteren 500 Metern hatten wir die Waldschänke erreicht und somit auch den höchsten Punkt der Strecke. Der zweite Kilometer schlug mit einer 5:13 zu Buche, was zu erwarten war, da ich den kleinen Anstieg am liebsten hoch gegangen wäre. Doch zum Glück ging es nun auch schon wieder Bergab zu den Nashörnern und leider immer noch keine Verpfelgungsstation in Sicht. Doch dann, nach dem nächsten kleinen Anstieg vorbei an den Antilopen  zu den Raubtieren, endlich eine Verpfelgungsstation! Ich gönnte mir zwei Becher Wasser im laufen, wobei mal wieder nicht viel im Mund landete aber es tat trotzdem gut. Hier hatten wir dann auch bald den 3 Kilometer voll und die 4:52 für den 3ten km ging in Ordnung, hatte ich mir auf den letzten Metern doch schon überlegt, dass es ganz ok wäre wenn ich im Schnitt weiter mit einer 5er Pace laufen würde. Ich musste mir eingestehen, dass an diesem Tag einfach nicht mehr drin war, nicht mit dem was ich in den Beinen hatte und auch nicht bei dem schwül-waremn Wetter.

Und schon begann die zweite Runde. Meine Familie hatte sich in Richtung Ziel bewegt und so konnte ich ihnen bei Kilometer 4 meine Brille in die Hände drücken, die mich heute irgendwie nervte.

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Wie auf dem Bild zu sehen sah ich hier gar nicht mehr frisch aus und die Runde wurde zu einem Kampf, auf dem ich auch immer wieder andere Läufer passieren lassen musste, was mir aber gar nichts ausmachte. Zum Ende der zweiten Runde liefen wir auf die langsamen Läufer auf, beachtlich fand ich hier einen Sanitäter und einen Feuerwehrmann, die in voller Montur mit liefen.

Die Kilometer 4-6 absolvierte ich in 15:14 Minuten, womit mein Plan ungefähr aufging und ich froh war als ich in die letzte Runde aufbrechen durfte. ich muss aber sagen, dass ich den Lauf die ganze Zeit wirklich genoss habe, auch wenn es stellenweise hart war. Ich habe immer mal links und rechts geschaut, um auch ein paar Tiere zu sehen und die Stimmung an der Strecke zu genießen. Apropos Stimmung an der Strecke; Es gab verschiedene Hotspots, wo viele Zuschauer standen und uns anfeuerten und zujubelten, nur die Tiere waren relativ verhalten mit ihrem Jubel!

Die dritte und letzte Runde, war stellenweise hart, da die Beine nicht mehr so recht wollten. Auf der anderen Seite war die letzte Runde aber auch sehr kurzweilig. Hier war natürlich jetzt wesentlich mehr Betrieb als auf den Runden davor, vor allem überrundeten wir die Läufer, die nur 6,6 km gewählt hatten und jetzt auch noch auf Ihrer letzten Runde waren. Insgesamt war aber immer genug Platz um vorbei zu kommen, nur an der einzigste Verpflegungsstation herrschte jetzt Hochbetrieb.

Und dann kam auch schon der letzte Kilometer, kurz noch vorbei an den Steinböcken und Kängurus und schon war die Ziellinie in Sicht.

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Ich mobilisierte noch einmal meine letzten Kräfte und legte einen Schlussspurt hin, den aber mehr just for fun und nicht um noch einen Läufer unbedingt überholen zu müssen.

Bei der Zielverpflegung bekam ich dieses Mal sogar etwas zu trinken, leider gab es nur Wasser und ISO, ein kühles alkoholfreies Weizen wäre mir jetzt lieber gewesen.

Kurzer Blick auf die Uhr … 48:37 Minuten … eine Zeit, die für mich vollkommen in Ordnung ging, mehr war heute einfach nicht drin. Trotz alledem wurde ich bei den Männern 29ter und 4ter in meiner Altersklasse, da sieht man was ausgeruht gehen würde. Mal sehen vielleicht ja nächstes Jahr noch einmal, dann aber ohne Ultratrail und Funrun im Vorfeld.

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Die Siegerehrung fand dann anschließend in der Lagune statt, was mal was ganz anderes war als die sonstigen Siegerehrungen.

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Ins Wasser musste und sollte sich hier aber keiner stürzen, da hier bereits die Delphine ihr Runden drehten und wir nach der Siegerehrung auch noch eine Sondervorstellung bekamen.

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Der Tiergartenlauf ist wirklich ein ganz besonderes Event, in einer speziellen Location. Wenn die Sache mit der Wasserversorgung bei der Hitze noch besser gewesen wäre, wäre es eine perfekte Laufveranstaltung gewesen.

So jetzt leg ich erstmal die Beine hoch und überlege mir wo ich als nächstes laufe und bis dahin …

Keep on running!

Nürnberger Funrun

Am 5 Tag nach dem Ultratrail Lamer Winkel, steht schon der nächste Wettkampf bei mir auf dem Programm. Der Funrun in Nürnberg. Es ist einer der vielen Firmenläufe, die derzeit  in allen Städten angeboten werden und meine Firma hat sich gerade für diesen dieses Jahr entschieden.

Eigentlich könnte man so einen Firmenlauf ja nur mal zum Spaß laufen, in einem ganz gemütlichen Tempo, ohne sich und vor allem seinen Körper zu stressen. Aber ganz ehrlich, auch wenn es mir nicht um irgendwelche Platzierungen geht oder eine neue Bestzeit, sobald ich an einer Startlinie stehe packt mich der Ehrgeiz und ich möchte wissen was an dem Tag geht. Und so sollte es dann auch heute sein, doch dazu gleich mehr.

Beim Funrun im Nürnberger Südwestpark kann zwischen einer 5 oder 9,9 Kilometer Runde für Läufer gewählt werden. Für die Nordicwalker gibt es dann noch die 9,9 Kilometer Runde, sowie zwei Distanzen für Kinder. Die 5 und 9,9 Kilometer Runden sind nicht gerade optimal von der Streckenführung, aber bei diesem Laufevent ist der Grundgedanke ja eher sich gemeinsam zu bewegen und was für seine Gesundheit zu tuen.

Bevor es für uns 10 Kilometer Läufer auf die Strecke ging, waren aber zuerst noch die Kidis dran und es hat wirklich Spaß gemacht ihnen zu zu sehen. Beim Start hatten die Sprecher allerhand damit zu tun die Kids etwas geordnet auf die Strecke los zulassen und wären hierbei beinahe überrollt worden.

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30 Minuten später waren wir dann an der Reihe und Rudi Obermeier (Sprecher) ließ uns nach einem kurzen Countdown auf die Strecke.

Wie schon gesagt, Firmenlauf – gemeinsam mit Kollegen laufen und so lief ich auch mit einem meiner Kollegen (Kevin) gemeinsam los. Plan war es eine lockere 5er Pace zu laufen und wenn gar nix mehr gehen sollte noch etwas langsamer zu werden. Das Feld sortierte sich zum Glück sehr schnell und nachdem wir den Zickzack-Kurs durch den Businesspark erfolgreich hinter uns gelassen hatten, versuchte ich das Tempo auf eine 5er Pace zu bringen.

Das mit der Pace wollte aber irgendwie nicht hinhauen, zeigte meine Uhr eine 5er Pace an, hatte Kevin eine 4:20er auf seiner Uhr und so war uns nicht ganz klar, wie schnell wir jetzt wirklich sind. Als wir dann das 1 km Schild passierten blickte ich auf die Uhr, ich hatte erst 850 Meter auf der Uhr und es wurden mir 4:42 Minuten angezeigt. Wir hatten die ganze Zeit sehr stark unterschiedliche Paces und als ich beim Schild für Kilometer 2 wieder auf die Uhr schaute waren wir sogar eine 4:28er Pace gelaufen. Ich wusste, dass wenn wir so weiterlaufen Kevin schnell an seine Grenzen kommt, also Tempo raus genommen. Bei Kilometer 3 und 4 hatten wir dann eine 4:45 und 4:47 Pace und am Anfang von Kilometer 5 merkte ich dann langsam, dass es für Kevin schwieriger wurde mir zu folgen. Wir blieben dann noch bis zum Ende von Kilometer 5 zusammen und dann beschloß ich ihn alleine in Ruhe weiterlaufen zu lassen.

Soviel dazu mal gemütlich mit Kollegen laufen!

Da ich die Strecke von einigen Trainigsläufen her kannte, wusste ich dass es bald nur noch am Main-Donau-Kanal entlang gehen würde und wir noch dazu Rückenwind haben werden. Also hab ich die Pace etwas angezogen und konnte mich langsam an dem einen oder anderen Läufer vorbei arbeiten. Da es plötzlich so gut lief, beschloss ich noch etwas zu zulegen und so absolvierte ich die letzten 2,9 Kilometer durchschnittlich in einer 4:20er Pace. Mein Puls dankte mir diese Tempoverschärfung und ging auf einen Maximalwert den ich lange nicht mehr erreicht hatte. Im Ziel war ich am Ende und brauchte erstmal ein paar Becher Wasser und alkoholfreies Weizen. Nach einer kurzen Erholung begab ich mich dann wieder zu Zielbereich und wartete den Zieleinlauf meiner Kollegen ab. Alle kamen noch wohlbehalten ins Ziel und wir feierten jeden der die Ziellinie überschritt.

Am Ende stand eine 43:12 für die 9,9 Kilometer auf der Uhr, was ich aber ehrlich gesagt nicht ganz glauben kann. Diese Endzeit würde eine durchschnittliche Pace von 4:22 bedeuten, die ich definitiv nicht gelaufen bin. Ich glaube die Strecke war einiges kürzer als angegeben, meine Uhr zeigte nur 9,54 Kilometer an, was eine 4:32 Pace bedeuten würde und schon eher hinkommt.

Dafür, dass ich erst vor 5 Tagen einen Ultratrail gelaufen bin, ging es heute verdammt gut. Mal sehen wie es mir am nächsten Tag, beim nächsten Wettkampf, dem Nürnberger Tiergartenlauf sein wird.

… and Keep on running!

U.TLW 2018 – König vom Bayerwald

Eigentlich muß ich gar nicht mehr schreiben, dass Beitragsbild sagt alles.

Es war hart, es war schön, es war wieder mal eine neue Erfahrung und ich weiß wieder was ich noch intensiver trainieren muss.

Aber vielleicht schreib ich doch etwas mehr. Zur Vorbereitung, sie lief gut ohne irgendwelche wirklichen Wehwehchen, nur habe ich zuwenig Höhenmeter trainiert und dass sollte sich dann auch während dem Lauf bemerkbar machen.

Ich reiste bereits am Freitag nachmittag an um so entspannt wie möglich in den Lauf gehen zu können. Und das war auch gut so, den die Anreise dauerte 2,5 Stunden, da es ab Amberg nur noch über Landstrassen bis Lam ging. In Lam angekommen bezog ich mein Quartier nur unweit der Ziellinie entfernt.

Hier war aber zu diesem Zeitpunkt tote Hose, da sich am Tag zuvor alles in Arrach, dem Startort der U.TLW, abspielte.

Also nur kurz alles ins Zimmer gebracht und ab ging es nach Arrach, wo ich zum einen meine Startunterlagen abholen wollte und zum anderen meinen Cousin treffen wollte, der auch beim U-TLW mitlief. Ich hatte meinen Cousin gute 20 Jahre nicht mehr gesehen und so war es wirklich klasse ihn endlich mal wieder zu treffen (Ich bin also nicht der einzigste Verrückte in dieser Familie). Nachdem wir erstmal etwas gequatscht haben, habe ich noch meine Startunterlagen abgeholt und mir das Racebriefing angehört, dabei habe ich dann noch meine Pasta verdrückt. Schon hier war eine super Stimmung und ich freute mich riesig auf den nächsten Tag.

Ich versuchte dann wirklich früh ins Bett zu kommen und habe es immerhin geschafft 6 Stunden tief und fest zu schlafen, mehr ging irgendwie nicht. Das Gasthaus war voll auf die Läufer eingestellt und so gab es bereits um 6:30 Uhr Frühstück mit allem was man sich nur wünschen konnte. Auch hier, beim Frühstück war die Stimmung wieder super und überall würde über das Laufen gequatscht. Ich hab mir nur ein Brötchen gegönnt, mehr war einfach nicht drin. Schnell noch fertig angezogen und ab ging es wieder Richtung Arrach.

Bevor es in die Startaufstellung ging, gab es noch den Check der Pflichtausrüstung, der aber schnell und sehr unbürokratisch vonstatten ging. In der Startaufstellung traf ich dann auch meinen Cousin Stefan mit seiner Freundin Cristina, sowie noch zwei weiteren Freunde von ihnen (Joao und Sachin).

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Und dann ging es auch schon los, um Punkt 8:00 Uhr wurde der Start mit Böllerschüssen freigegeben und die ersten 50 Meter ging es mit einer Blaskapelle vorweg auf die Strecke, wobei es zu Beginn noch einmal um den See des Seeparks Arrach ging und somit nochmal an allen Zuschauern am Start vorbei.

 

 

Dann ging es endlich auf die Strecke! Die ersten zwei Kilometer gingen sehr flach durch eine Wiesenlandschaft dahin, genau das Richtige um sich warm zu laufen. Hier traf ich auch wieder auch Joao und wir unterhielten uns etwas, bevor es dann für die nächsten Kilometer darum ging Höhenmeter zu machen.

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Gute 400 Höhenmeter sind es, die man auf den weiteren 7 Kilometern erklimmen muss, wobei größtenteils alles laufbar war. Beim „Eck“, dem Punkt der Strecke wo es die Bergwertung gibt, war die Hölle los. Der Veranstalter hatte uns schon am Vorabend beim Racebriefing versprochen, dass hier wieder einige Zuschauer sein werden, doch so etwas habe ich noch nicht erlebt.

Wir sind noch nicht aus dem Wal draußen, da hören wir schon die Kuhglocken und den Jubel der Zuschauer. Kurz nachdem wir dann den Wald verlassen haben, geht es durch ein Spalier von Zuschauern, die einen anfeuern und abklatschen … Gänsehaut garantiert.

Hier am Eck nach 9 km und 1 Stunde Laufzeit für mich ist auch der erste VP. Da meine Soft-Flasks noch gut gefüllt sind gönne ich mir nur zwei Becher ISO und setze meinen Weg fort, mit dem „Kleinen Arber“ (1386 m ü. NHN) als nächstes Etappenziel.

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Die Strecke ist wirklich traumhaft und so geht es über den Höhenzug stetig bergauf, hoch zum Mühlriegel (1080 m ü. NHN), zum Ödriegel (1156 m ü. NHN), zum Schwarzeck (1238 m ü. NHN) und Heugstatt (1262 m ü. NHN), dann weiter zum Enzian (1285 m ü. NHN) und endlich ist der Kleine Arber erreicht. Auch wenn es auf diesen 12 Kilometern nur knapp 600 Höhenmeter zu überwinden geht, wird es immer härter.

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Die Trails sind wie gesagt ein Traum, doch fordern sie die ganze Zeit ein höchstes Maß an Konzentration. Die Pfade sind oft nicht breiter als 40-50 cm, bespickt mit Wurzeln, Steinen und Felsen, weswegen ich das Tempo auch immer wieder stark reduzieren muß und stellenweise nur noch gehen kann. Zum Glück gibt es auf dem Abschnitt doch noch einen Mini-VP an dem man seine Soft-Flasks zumindest wieder mit Wasser auffüllen kann.

Auf diesem Teilstück denke ich sogar kurz ans Aufgeben, da mir mein Magen ab Kilometer 15 zu schaffen macht, der Gedanke daran nichts mehr essen und trinken zu können, treibt starke Zweifel in mir hoch, ob ich hier wirklich bis zum Ende dabei sein kann. Doch ab Kilometer 20 bessert sich das Ganze wieder.

Oben am Kleinen Arber muß kurz Zeit für ein Foto sein, um dann den Großen Arber in Angriff zu nehmen.

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Der Große Arber (1456 m ü. NHN) liegt nicht mal 100 Höhenmeter über dem Kleinen Arber, da es aber kurz wieder bergab geht, gilt es doch wieder fast 200 Höhenmeter auf den nächsten 2,5 Kilometern zu erklimmen. So geht es dann erstmal einen breiten Fahrweg nach oben, auf dem ich mir fast schon überlege einem vorbeikommenden Biker das Rad abzunehmen, doch ich laufe lieber weiter. Und dann geht es endlos andauernde Stufen nach oben, die aus Felsen und Holzbalken bestehen.

Auf dem Großen Arber angekommen erwartet uns auch die nächste Verpflegungsstation, mit allem was das Läuferherz nur begehrt.

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Ich gönne mir eine Cola, ein ISO-Getränk und Gummibärchen, so gestärkt könnte es eigentlich gleich weitergehen, doch es gibt Dinge … ähhhm Bedürfnisse, die auch Läufer haben. Also schnell in die Bergstation des Großen Arber und für ein paar Minuten absolute Ruhe an einem stillen Örtchen … sitzen kann ja so gut tun!

Wer einen Berg hoch rennt (ok … viel hoch geht), darf ihn auch wieder runter rennen und so hieß es auf den nächsten fast 9 Kilometern runter von 1449 m ü. NHN auf 673 m ü. NHN. Zu Beginn verlief die Strecke noch rein über Schotterpisten, mal kurz Zeit den Kopf abzuschalten, die Landschaft zu genießen und es etwas laufen zu lassen. Am Anfang schmerzten die Oberschenkel ganz schön und mussten sich erstmal an die andere Belastung gewöhnen, doch dann pendelte sich langsam alles ein und es tat gut mal bergab zu laufen.

Ca. bei Kilometer 29 erreichten wir den dann den kleinen Arbersee, auch wenn die Wege hier technisch nicht anspruchsvoll waren, so war es doch eine schöne Sache einmal den kleinen See zu umrunden und immer wieder einen schönen Blick auf diesen zu erhaschen.  Hier waren natürlich viel mehr Wanderer unterwegs, doch alle machten uns platz und feuerten uns an.

Nach dem kleinen Arbersee ging es dann weiter bergab und die Trails wurden wieder schmaler und zauberten mir immer wieder ein kleines Grinsen ins Gesicht. Gerade das letzte Stück entlang des Weißer Regen (ein Bach) war es wunderschön zu laufen und als der Trail uns am Ende ausspuckte erreichten wir einen der nächsten kleinen VPs. Hier muß ich einfach mal ein erstes Lob an alle Helfer aussprechen, so hilfsbereite Helfer habe ich wirklich selten erlebt. Die Helfer am VP haben einem die Soft-Flasks abgenommen, man hat nur kurz gesagt womit sie wieder aufgefüllt werden sollen und konnte sich dem trinken und Essen widmen. Top … wirklich ganz klasse!

Nachdem sich die Beine jetzt genug ausgeruht hatten war es wieder an der Zeit Höhenmeter zu sammeln und unser nächstes Ziel war das Zwercheck mit 1333m ü. NHN. Also ging es auf den nächsten 6 Kilometern wieder gute 650 Höhenmeter hoch, wobei der erste Teil stellenweise noch gut laufbar war.  Bei Kilometer 34,5 trafen sich dann auch die Strecke des „König vom Bayerwald“ und die des „Osser-Riesen“, wodurch neue Gesichter auftauchten und die Strecke wieder etwas belebter wurde.

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Auf diesem Teilstück kamen wir bei Kilometer 37 zum nächsten großen VP und hier war die Stimmung wieder super. Zuschauer und Helfer, jeder sprach einem gut zu und es wurde angefeuert was das Zeug hält. Ich gönnte mir wieder 2 Becher Cola ein paar Gummibärchen und ließ meine Soft-Flasks einmal mit Wasser und einmal mit ISO auffüllen.

Nachdem VP ging es zuerst locker weiter bis der letzte Kilometer hoch zum Zwergeck uns wieder einmal einiges abverlangte. 200 Höhenmeter auf 1 Kilometer Strecke mit bereits harten 37,5 Kilometern in den Beinen ist nicht gerade das, wo man einfach mal so hochsprintet. Meine Pace, na ich glaube Pace kann man dazu nicht mehr sagen, ging auf diesem Stück gegen Schneckentempo und ich war unendlich froh als ich endlich oben angekommen war.

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Die Aussicht war grandios und ich gönnte mir einen Augenblick wieder zu Atem zu kommen und vor allem um den Ausblick zu genießen. Nach nur einem kurzen Stück auf einem Höhenweg ging es gleich wieder durch den Zwechecker Wald bergab. Dieses Bergabstück war technisch wieder sehr anspruchsvoll, ca. 30% Gefälle, der Trail gespickt mit Wurzeln und Steinen/Felsen, also nichts um mal richtig Gas zu geben. Erst als es unten auf einen Forstweg ging wurde die Pace mal wieder annehmbar und ich versuchte entspannt aber doch zügig zu laufen.

UTLW Osser Wiesen 48km #6

Jetzt lag noch ein Anstieg vor uns, der Weg hoch zum Großen Osser! Bevor es jedoch hoch ging, gab es noch einmal eine kleine aber sehr feine Verpflegungsstation. Die Stimmung hier war der Hit und so schickten uns die Helfer mit frisch gefüllten Soft-Flasks und vielen aufmunternden Worten hinauf auf den Trail zum Großen Osser.

Nur noch 2 Kilometer Bergauf, nur noch 300 Höhenmeter überwinden und dann würde es nu noch bergab gehen. Davon beflügelt, legte ich einen dynamischen Start auf dem unwegsamen Trail hin, doch diese Dynamik verflog leider sehr schnell wieder. Da ich schon über 2000 Höhenmeter und 40 Kilometer in den Beinen hat, schien mein Körper diesen Anstieg nicht mehr lustig zu finden. Der Aufstieg wurde zur reinen Kopfsache und kostete mich über eine Halbestunde. Das Einzigst beruhigende war, dass keiner an einem vorbei rannte. Ich ließ ab und zu mal ein paar Läufer passieren, weil ich kurz verschnaufen musste.

Je näher ich dem Großen Osser aber kam, desto besser wurde die Stimmung der Zuschauer und die letzten Meter wurde man quasi mit Sprüchen auf Plakaten (siehe Titelbild) und den Anfeuerungsrufe hoch getragen.

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Auch solch aufmunternde Aushänge waren kurz vom dem Gipfel zu finden:

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Und dann war ich endlich oben, hatte den letzten harten Anstieg geschafft.

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Ich war so froh endlich oben zu sein und mein Körper schrie so nach Flüssigkeit, dass ich mir gut 10 Minuten Erholung gönnte. Cola, Iso, Gummibärchen und natürlich ein alkoholfreies Bier waren hier meine Pausenverpflegung und nebenbei lauschte ich der Blasmusik. Gefühlt gab es an jedem VP auch eine Blaskapelle, die ordentlich aufspielte!

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Auf ging es, auf den letzten Teil des König vom Bayerwald und wenn ich denen traute, die hier schon mal gelaufen sind, sollten die letzten 8-9 Kilometer nicht einfach nur bergab gehen. Wörter wie „Klettern“, „Tromsø-Trail“ und „Holy-Trail“ hörte ich hier im Vorfeld und ich war gespannt was mich jetzt noch erwarten würde.

Und dann kamen sie, zuerst der …

Tromsø-Trail

-Trail und danach der

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Der Anfang vom Tromsø-Trail war gleich spaßig, um eine kleine Felsformation zu überwinden, musste etwas geklettert werden. Der Veranstalter hatte hier extra noch Seile anbringen lassen und Helfer abgestellt, die den nicht so beweglichen Läufern helfen sollten.

Na das konnte ja noch lustig werden!

Zuerst ging es noch weiter über schöne, technisch anspruchsvolle Trails und dann ging es erstmal auf gut laufbaren Wegen bergab. Für einen Kilometer konnte ich es mal etwas schneller Laufen lassen und passierte Läufer die langsam an ihr Limit kamen und mit Krämpfen zu kämpfen hatten.

Auch wenn ich im Vorfeld viele kritische Stimmen über diese Streckenabschnitte gehört hatte, war ich mehr als positiv überrascht. Trails, auf die sich jeder Trailrunner freuen sollte und das Beste sollte noch vor mir liegen.

Der „Holy-Trail“ ist einfach nur Fun, nichts was man einfach so durchlaufen kann (also ich zumindest nicht), aber genau dass, warum ich Trails laufe. Größtenteils schöne schmale Pfade, weicher Waldboden, zwischendurch gespickt mit Steinen und Felsen, die es zu Umlaufen oder überwinden gilt. Ich fühlte mich super, merke rein gar nichts mehr von den harten Aufstiegen die hinter mir lagen. Meine Beine liefen einfach und mein Kopf genoß die Umgebung. Viele Läufer schienen hier Ihre Probleme zu haben und so lief ich immer wieder auf einzelne Läufer oder kleine Gruppen auf. Nur wenn diese kurz stoppten um mich vorbei zulassen, war es überhaupt möglich zu passieren, so schmal waren die Trails hier.

Nach 52,6 Kilometern in den Beinen verlassen wir endgültig den Wald und die schönen Trails. Lam ist jetzt zum greifen nah und man hört schon den Sprecher an der Ziellinie, sowie das Gejubel der Zuschauer. Jetzt geht es noch über ein paar Wiesen und das Ziel vor Augen beflügelt mich und ich erhöhe noch einmal die Pace. Ich ziehe noch an ein paar Läufern vorbei, die glaube ich genauso froh sind bald im Ziel zu sein wie ich. Hätte ich die Power, die ich zu diesem Augenblick  gerade spürte, nur auch an den Anstiegen gehabt!

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Und dann kam er, der rote Teppich, die letzten Meter ins Ziel. Der Sprecher sagte meinen Namen und ich schwebte schon fast die letzten Meter ins Ziel.

Was für ein Lauf, was für eine Herausforderung.

Meine Zielzeit von 7:57:57 geht für mich vollkommen in Ordnung, mehr ging heute einfach nicht.

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Im Zielbereich waren dann erstmal zwei Dinge wichtig:

Trinken und Sitzen!

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Ich glaube ich habe 3-4 alkoholfreie Colaweizen getrunken und dann noch ein richtiges Bier zur Belohnung bis mein Flüssigkeitshaushalt wieder hergestellt war. Hier muß ich vielleicht noch erwähnen, dass ich ab Kilometer 44 Nierenschmerzen bekommen habe, mir schien es als ob keine Flüssigkeit mehr bei den Nieren ankam, obwohl ich unterwegs soviel getrunken habe, wie bei keinem anderen lauf bisher.

Im Chill-Bereich traf ich dann noch auf Joao  der die Strecke in 7:13 Stunden absolviert hatte. Er hatte sich eigentlich mehr vorgenommen, bekam unterwegs aber auch Magenprobleme wodurch er etwas zurückstecken musste.

Ich genoß die Atmosphäre im Zielbereich noch etwas, bis ich mich in Richtung der Duschen aufmachte. Und das mit den Duschen war nicht fair, sie waren 500 Meter entnervt und noch dazu musste man einen Berg hinunter. Dies 500 Meter waren anstrengender als die 54 Kilometer zuvor, vor allem der Rückweg war hart.

Als ich vom Duschen zurückkam war mein Cousin Stefan mit Freundin Cristina, sowie  Sachin noch nicht im Ziel. Ich wartete eine ganze Weile doch sie tauchten nicht auf, wie ich später erst erfuhr, kamen sie nach 9:21 Stunden bzw. 9:48 Stunden ins Ziel, da saß ich gerade im Bus zurück zu meinem Auto in Arrach.

Das war es, das Wochenende beim Ultra Trail Lamer Winkel. Wenn es den Lauf 2020 wieder gibt, komme ich wieder … da geht noch was!

Meine letzten Worte gehören den Veranstaltern und den Helfern.

Ihr habt uns hier wirklich eine knall harte Strecke zusammengestellt, die alles von einem abfordert. Alle Helfer waren super motiviert und motivierend.

danke

… and Keep on running!

 

„Die Hitzeschlacht“ – Regensburg Marathon 2018

Letztes Wochenende bin ich noch einen Halbmarathon auf den Trails in der Oberpfalz gelaufen und dieses Wochenende stand nun der Marathon im Herzen der Oberpfalz auf dem Plan.

42,195 km durch die Hauptstadt des Regierungsbezirks der Oberpfalz!

Im Vorfeld habe ich von vielen gehört, dass sie diese Strecke lieben, weil sie mitten durch die historische Innenstadt von Regensburg führt. Auf der anderen Seite habe ich von genau so vielen zu hören bekommen: „Ein Teil der Strecke führt nur durch langweiliges Industriegebiet!“. Also musste ich mir selber mal ein Bild von dieser Strecke machen und habe mich erst 3 Wochen vor dem Termin dort angemeldet.

Terminlich lag der Regensburg Marathon einfach optimal, da ich 3 Wochen später den U.TLW laufen werde und ich somit noch einmal eine längere Strecke unter Wettkampfbedingungen absolvieren konnte. Klar war somit aber auch, wie schon eine Woche vorher beim Pfreimdtaltrail in Trausnitz, dass ich nicht 100% geben würde, eher so 80-85%.

Worüber ich mich sehr freute war, dass diesen Marathon auch ein befreundeter Läufer aus Nürnberg mitlaufen würde. Es sollte Achims dritter Marathon werden und wir vereinbarten zusammen zu starten und unterwegs zu schauen wie sich dass Rennen für uns so entwickelte, um dann zu sehen wie lange wir gemeinsam laufen.

Doch kommen wir endlich zum eigentlichen Lauf, die Anreise war wieder mal überhaupt kein Problem. Um 5:40 Uhr aufgestanden, 6:00 Uhr losgefahren, unterwegs im Auto gefrühstückt, um 7:05 Uhr in Regensburg angekommen, 7:10 Uhr Shuttelbus zum Eventgelände, 7:25 Uhr Startnummer abgeholt, 7:45 Uhr Kleidersack abgegeben, 7:50 Uhr schnelles Foto an der Startlinie und dann um 8:00 Uhr mit Achim getroffen.

Regensburg Marathon#3

Soweit alles glatt gegangen und immer noch 30 Minuten Zeit bis zum Start!

Wie ihr auf dem Bild oben bereits sehen könnt, es war keine einzige Wolke am Himmel und wir hatten um 8:00 Uhr bereits fast 20 Grad, doch auf dieses Thema werden wir später noch einmal zurück kommen.

Achim und ich haben dann noch mal unsere Taktik für die heutigen 42,195 km durchgesprochen und waren uns einig langsamer anzugehen und in der zweiten Hälfte etwas zu zulegen. Somit sollte die Anfangspace eine 5:10 min/km sein, die wir bis zur  Hälfte halten  wollten, um dann auf eine 5:00 zu steigern und so die restlichen 21 km laufen  … so der Plan!

10 Minuten vor dem Start machten wir uns dann auf in Richtung der Start-Ziel-Line, ich habe mich noch einmal schnell ins Gebüsch geschlagen, um dann pünktlich mit Achim zusammen im Starterfeld zu stehen. Irgendwelche Startblöcke gibt es in Regensburg nicht, ist dies auch bei diesem gemischten Feld schwer zu handhaben. Denn es muß noch erwähnt werden, dass hier Marathonies, Halbmarathonies und Dreiviertelmarathonis zusammen starten. Insgesamt ist das Starterfeld trotzdem nicht so groß, nur ca. 2.700 Läufer, davon sind nicht mal 15% Marathon-Läufer, 5% Dreiviertelmarathon-Läufer und somit der Großteil Halbmarathon-Läufer.

Pünktlich um 8:30 Uhr wurde die Meute dann auf den 21,0975 Kilometer langen Rundkurs gelassen.

Regensburg Marathon#8

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Auch wenn wir mitten in diesem Gewühl von total unterschiedlichen Paces waren, gab es kein Gedrängel und nach ca. 2 km konnte man fast ohne weitere größere notwendige Ausweichmanöver sein Tempo laufen. Auch als es bei Kilometer 3 in die Innenstadt ging, wo der Platz für die Läufer etwas geringer wurde, war es fast kein Problem. Ich hab es mir sogar gegönnt, immer mal wieder einen Blick auf die Sehenswürdigkeiten zu werfen.

Regensburg Marathon#2

So verflogen die ersten 5 Kilomter und mit 25:34 Minuten lagen wir optimal in der Zeit, sogar etwas zu schnell. Der Lauf durch die historische Innenstadt ist kurz und so landen wir schon bald in den ersten Wohngebieten, wo die Stimmung nicht mehr ganz so gut ist, da fast keine Zuschauer mehr da sind. Man muß aber ein großes Lob an alle Bands entlang der Strecke aussprechen, alle haben richtig Gas gegeben und für uns eine positive Stimmung erzeugt.

Nach Kilometer 9 erreichten wir dann DAS INDUSTRIEGEBIET!

Aber was man hier als Industriegebiet bezeichnet … da bin ich ganz anderes gewohnt und ich finde uns erwartete hier sogar ein Highlight der Strecke, doch dazu gleich. Kurz nach Kilometer 10 erreichten wir den „Wendepunkt“ der Strecke und wir hatten für die letzten 5 km 25:22 Minuten gebraucht. Somit waren wir sehr gleichmäßig unterwegs und es fühlte sich bis hierhin wie ein lockerer leichter Trainingslauf an.

Und jetzt zu meinem Highlight der Strecke, bei Kilometer 12 begaben wir uns auf die Teststrecke der Firma Continental und hey … wo kann man schon mitten in der Stadt auf einer fast 1,5 Kilometer langen Teststrecke laufen! Hier hat auch die beste Band der ganzen Strecke gespielt, ich würde sie mal als Samba-Gruppe mit ordentlich Rhythmus bezeichnen.

Systempruefkurs

Und ab ging es auf den Rückweg in Richtung Start-Ziel. Kurz vor der nächsten Verpflegungsstation habe ich mir dann mein erste Gel gegönnt, auch wenn mir noch gar nicht da nach war, aber lieber zu früh als zu spät. Hier muss ich auch mal erwähnen, dass es ca. alle 4-5 Kilomter eine Verpflegungstation gab, die wir alle mitgenommen haben und wo es immer alles gab was man so brauchte. Einziges Manko was ich vielleicht erwähnen muß ist, dass die Helfer es immer mit uns zu gut gemeint haben. Die Plastikbecher waren immer 3/4 bis 9/10 voll, bedeutete die Hälfte war immer für die Straße. Auch muß ich diese Plastikbecher hier negativ erwähnen, aus ihnen im Lauf zu trinken, ohne danach das Getränk im Gesicht verteilt zu haben, ist fast unmöglich. Wenn man versucht hat die Becher zu knicken, sind sie gebrochen! Bitte nächstes Jahr Papierbecher, maximal zur Hälfte gefüllt!

Doch wieder zum Laufen mit Achim. Nach Kilometer 15 waren wir beide immer noch super drauf, hatten die letzten 5 Kilometer in einer 25:31 Minuten hinter uns gebracht … immer noch schön gleichmäßig. So ab Kilometer 17-18 spürte ich dann so langsam die Kombination dieser Strecke mit dem wolkenlosen Himmel. Man läuft fast immer in der Sonne, es gibt fast keinen Schatten und so gegen 10:00 Uhr hatte die Sonne langsam wirklich Kraft. Doch noch ging alles gut und so war auch die Pace auf den nächsten 5 Kilometern immer noch ok. Es waren sogar nur 24:48 Minuten, die wir brauchten und bis Kilometer 21 liefen Achim und ich weiter wie ein Uhrwerk.

Hier bei Kilometer 21 bogen die Halbmarathonies auf die Zielgerade ab und mit einem Schlag wurde es sehr sehr überschaubar auf der Strecke. Und plötzlich spürte ich auch dass Achim ein Problem bekam. Er wusste erst selber nicht was los war und so versuchte ich ihn immer wieder zu motivieren die Pace zu halten. Für diesen 5 km Abschnitt benötigten wir 26:55 Minuten und auch ich merkte, dass mir die Hitze immer mehr zusetzte.

Ab jetzt wurden meine besten Freunde die zwei folgenden Schilder:

Abkühlung suchen wo es nur ging, Capy nass machen, Wasser becherweise über den Kopf und die Arme schütten und nur jeden noch so kleinen Schatten ausgenutzt. Achim schien die Hitze jedoch immer mehr zu zusetzen und er konnte die Pace nur noch sehr schwer halten. So traf ich bei Kilometer 30 die schwere Entscheidung ihn alleine in seinem Tempo weiterlaufen zu lassen. Es wurde für mich immer schwierig nicht mehr meine Pace laufen zu können, ich lief irgendwie nicht mehr rund. Wir hatten für die letzten 5 km 26:57  min gebraucht, was bei mir daran lag, dass ich meinem Verlangen seit Kilometer 2 endlich mal nachgehen musste und mich schnell mal ins Gebüsch schlug. Also kurze Absprache mit Achim und los ging es für mich alleine auf die letzten 12 km.

Da sich meine Beine immer noch richtig gut anfühlten, verschärfte ich die Pace etwas. Ohne die Halbmarathon-Läufer war es auf der Strecke jetzt wirklich leer, so richtig merkte man dies als es das zweite mal über die Teststrecke der Firma Continental ging. Hier brannte die Sonne dann auch so richtig runter und ich freute mich schon wieder auf die nächste Verpflegungsstation. Langsam wurde mir klar, dass heute nicht müde Beine das Problem werden, sondern ein total überhitzter Körper. Doch die Pace passte noch, 25:24 min für den Streckenabschnitt zwischen Kilometer 30 und 35 ließen mich wieder hoffen, diese Pace auch ins Ziel tragen zu können. So rechnete ich schnell hoch was heute noch möglich war und setzte mir das Ziel noch unter 3:40 Stunden zu bleiben.

Die nächsten Kilometer zogen sich ganz schön in die Länge, ich nahm nach wie vor jede Verpflegungsstation mit und die Helfer waren immer noch gut drauf und versuchten einen so gut wie möglich zu motivieren. Auf der Strecke waren fast keine Zuschauer mehr und so war das Laufen hier sehr einsam geworden. Der einzigste Kontakt hier war zu den Helfern und den anderen Läufern, die ich teilweise einsammelte. Als ich endlich wieder in die Innenstadt kam, fühlte ich mich auch wieder mental stärker. Die Stimmung hier war gut und das motivierte mich nicht langsamer zu werden.

Regensburg Marathon#7

Ich wartete jedoch auch schon wieder sehnlichst auf die nächste Verpflegungsstation und da ich fast schon im „Tunnel“ lief, hätte ich die letzte Station fast verpasst. Ich hatte die Station schon zu 2/3 passiert, da realisierte ich sie erst und nahm mir noch einmal kurz Zeit zu trinken und mir ein paar Becher Wasser über Kopf und Arme zu schütten.

Und dann war er da, der Kilometer 40! Für die letzten 5 km hatte ich 25:15 min gebraucht und hatte jetzt nur noch etwas mehr als 2 km vor mir.

Plötzlich hörte ich im meiner Trance Motorräder hinter mir. Kurzer Blick nach hinten … nein keine Fatamorgana, es waren drei Motorräder. Motorräder beim Marathon heißt eigentlich immer, dass die Spitzenläufer kommen, aber das konnte doch gar nicht sein. 30 Sekunden später kamen dann 3 Fahrräder mit den Schildern 1, 2 und  3er Mann und dahinter drei Läufer, die ganz schön schnell unterwegs waren. Und dann war mein überhitztes Hirn doch noch in der Lage einmal kurz zu denken. Es war die Spitze des Viertelmarathon, die da an mir vorbei flog. Wer läuft bitte einen Viertelmarathon!?

Da ich die Strecke von der ersten Runde her kannte ,wusste ich wie weit es noch zum Ziel war und als ich dann noch ein paar andere Läufer in Schlagdistanz vor mir sah, erwachte mein Wettkampfehrgeiz! Pace angezogen auf 4:30 min/km und noch 3 Läufer kassiert und dann war es da …. das Ziel. Auch hier war die Stimmung noch gut und so trugen mich die Worte des Sprechers nach 3:39:50 über die Ziellinie.

Regensburg Marathon#5

Kurz die Medaille abgeholt und dann ab zum Wasser- und Bier-Stand (natürlich alkoholfrei), einen schattigen Platz auf der Wiese gesucht und erstmal trinken, trinken und nochmal trinken.

Knapp 10 Minuten später kam Achim dann auch ins Ziel und ich war wirklich erleichtert ihn  zu sehen, hatte ich doch nicht das beste Gewissen ihn alleine gelassen zu haben.

Regensburg Marathon#4

Das war sie, die Hitzeschlacht von Regensburg. Anstrengend war es, schön war es und ich hatte wieder mein Ziel erreicht, nicht zu überpacen und den Lauf vernünftig absolviert.

Jetzt heißt es regenerieren, noch ein paar langsame Läufe, auch zwei 30er sind noch dabei und dann geht es am 02.07.2018 zum U.TLW, einem meiner Höhepunkte für dieses Laufjahr.

Regensburg Marathon#9

 

Ein riesiges Dankeschön an alle die, die auf der Strecke geholfen haben.

Ihr habt uns bei der Hitze wirklich optimal unterstützt!!!!

… and Keep on running!

Pfreimdtaltrail 2018

Endlich mal wieder … „Race-Day„!

Seit meinem letzten richtigen offiziellen längeren Trailrennen sind etwas mehr als 3 Monate vergangen und in den 3 Monaten lief nicht alles wie geplant. Um so mehr habe ich mich auf den Pfreimdtaltrail in Trausnitz gefreut, Halbmarathondistanz mit ca. 450 Höhenmeter, genau das Richtige um wieder rein zu kommen.

Der Pfreimdtaltrail sollte einer der letzten Stationen zur Vorbereitung auf den U.TLW  Anfang Juni sein. Bedeutete ganz klar nicht 100% zu geben, sondern vernünftig seine Kräfte einteilen. Will ich doch auch noch am folgenden Wochenende den Regensburg Marathon laufen.

Zum Glück liegt Trausnitz nicht so weit von mir entfernt und so reichte es, dass ich meinen Wecker ganz entspannt auf 7:00 Uhr stellte und immer noch genügend Zeit hatte in Ruhe zu Frühstücken und den Tag ohne Stress zu starten. Um 8:00 Uhr setzte ich mich dann ins Auto und machte mich auf den Weg in das 100 km entfernte Trausnitz.

Angekommen herrschte stellenweise schon reges treiben und doch machte jeder einen entspannten Eindruck. Das schöne am Pfreimdtaltrail ist, dass es ein Lauf mit nur 150 Startern ist und dieses Jahr geniales Wetter war.

Ich machte mich so gleich auf meine Startunterlagen abzuholen und beobachte dann erstmal das Treiben um mich herum.

So langsam trafen immer mehr Läufer ein und für mich wurde es Zeit mich um zu ziehen und warm zu laufen. Zum Race-Briefing waren es noch 15 Minuten und 30 Minuten bis zum Start und so langsam stellte sich dieses leichte Kribbeln in der Magengegend ein (ok manche nennen es auch Nervosität, aber die gehört einfach dazu).

Um kurz vor 10:00 Uhr war es dann endlich so weit, alle Läufer versammelten sich so langsam am Start und wie so oft wollte keiner in die erste Reihe, was zur Folge hatte, dass wir alle 3 Meter vor der Startlinie standen.

Es gab noch schnell ein Geburtstagsständchen für einen Läufer der heute seinen 50sten Geburtstag feierte und dann wurde auch schon von 10 auf 0 heruntergezählt und die Meute machte sich auf die 21.1 km.

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Wie immer gaben einige Läufer zu Beginn gleich richtig Gas, doch ich blieb zum Glück meinem Vorhaben treu und ließ mich nicht mitziehen. Meine Pace lag auf den ersten 800 Metern trotzdem bei  4:30 min/km, doch die fühlten sich sehr gut an und so ließ ich es laufe.

Dann kam sie: „DIE RAMPE“!

Ich hatte im Vorfeld schon viel über „DIE RAMPE“ gelesen und sie sollte die erste Bremse in unserem lockeren Lauf sein. Es ging hier für ca. 300 Meter steiler nach oben, ich lief das erste Drittel und war dann aber vernünftig genug den Rest hoch zu gehen, lagen doch noch mehr als 20 km vor uns.

Pfreimdtaltrail #4

Hier noch ein Video von Tino, direkt von „DER RAMPE“:

Kurz danach ging es kurz auf der Strasse weiter, um dann aber wieder schnell auf den Trail abzubiegen.

Pfreimdtaltrail #3

Oben angekommen ging es bis Kilometer 2,5 nur bergab, wo dann die nächste kleine Steigung auf uns wartete. Hier konnte man aber alles laufen und oben angekommen erwarteten uns die ersten Zuschauer, die uns kräftig anfeuerten.

Für die nächsten 3 Kilometer ging es jetzt auf breiten Forstwegen teils welligen, teils nur bergab dahin und man konnte die Beine locker laufen lassen. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich in einer 4er Gruppe, zu der auch die zweite Frau gehörte. Erst am nächsten Anstieg zerfiel die Gruppe wieder, ich bemühte mich aber an der zweiten Frau dran zu bleiben, die ungefähr mein Tempo ging.

Dieses Teilstück brachte uns auf schmale Singeltrails, die Art Wege, die mir am liebsten sind, immer weiter „bergauf“. Auf 2 Kilometern galt es nun 100 Höhenmeter zu machen, unser Ziel war der Hochspeicher, unter dem ich mir so gar nichts vorstellen konnte. Kurz vor diesem höchsten Punkt war bei Kilometer 7 die erste Verpflegungsstation, an welcher auch wieder einige Zuschauer standen und uns ordentlich anfeuerten. Schnell einen Becher Wasser und dann ab zum Hochspeicher.

Pfreimdtaltrail #2

Als ich oben angekommen bin staunte ich nicht schlecht und musste mir einfach einen kurzen Augenblick für ein Foto nehmen.

Somit war der höchste Punkt des Laufs erreicht und jetzt sollte es erstmal lange bergab gehen.

4 Kilometer mit -150 Höhenmeter ließen trotz Trails eine 4:35 min/km Pace zu und machten richtig Laune. Am Ende habe ich dann die Pace wieder etwas raus genommen, um vernünftig zu bleiben und wurde hier auch von ein paar anderen Läufern überholt. Ich laufe ja nie um eine Platzierung und heute erst recht nicht und so machte mir das Überholen der Anderen rein gar nichts aus.

Bei Kilometer 11 erreichten wir dann die zweite Verpflegungsstation und ich nahm mir die Zeit in Ruhe einen Schluck Iso und Wasser zu trinken.

Dann ging es auf den für mich schönsten Teil der Strecke weiter, meist schmale Trails, technisch stellenweise anspruchsvoller in wirklich schöner Landschaft. Es hatte sich wieder eine Gruppe aus 3-4 Läufern gebildet, wobei sich Wechsel an der Spitze dieser Gruppe immer wieder ergaben.

Pfreimdtaltrail_2018_Uferpfad_0165

Kurz vor Kilometer 17 spuckte uns der Trail unverhofft aus und die dritte und letzte Verpflegungsstation kam in Sicht. Hier gab es jetzt neben Wasser, Iso und Cola auch ein paar Kleinigkeiten zu Essen. Ich begnügte mich mit einem Becher Cola und machte mich dann auf die letzten 4 Kilometer.

Für einen Kilometer ging es jetzt noch mal in den Wald und somit auf unwegsames Gelände, bevor wir die Trails endgültig verließen. Jetzt lagen nur noch 3 Kilometer Schotterpiste und harter Teer vor uns. Die Beine waren immer noch ok und so lief ich eine entspannte 5er Pace. Unsere Gruppe bestand nur noch aus 3 Läufern und die beiden Anderen liefen lange immer ein paar Meter hinter mir, ich diente wohl als Pacemacher.

Erst bei Kilometer 20, kurz nachdem es die Treppe zum Fluß Pfreimd herunter gegangen war, überholte mich einer von beiden und forcierte das Tempo etwas. Da kam dann doch mal das Kampfschwein in mir zum Vorschein und ich hängte mich an ihn dran. Sich über Kilometer ziehen lassen und dann kurz vor Schluß noch ein Platz gut machen … ne nicht mit mir.

800 Meter vor dem Ziel hab ich dann noch einmal angezogen und bin wieder an ihm vorbei gegangen. Anscheinend hatte er alle Körner verschossen und so konnte ich die letzten 300 Meter bis in Ziel genießen.

Warum genau die letzten 300 Meter? Nun der Pfreimdtaltrail hat die Eigenschaft, dass man zuerst kurz am Vereinsheim vorbei läuft und dann oberhalb des Sportplatzes. Ab dem Augenblick, wo es am Vereinsheim vorbei geht, sieht einen sowohl der top engagierte Sprecher, wie auch alle die im Ziel warten. Der Sprecher heizt jedem Läufer hier noch einmal richtig ein und für einen extra Schlussspurt gibt es dann auch extra Applaus.

Am Ende des Sportplatzes geht es dann zum Sportplatz runter und wieder über den kompletten Sportplatz zurück. Kurz noch den Sprecher abgeklatscht und durch den Zielbogen… geschafft.

Pfreimdtaltrail #1

Im Ziel ist schon so einiges los, keine Ahnung auf welchem Platz ich gelandet bin, ein Ziel habe ich auf jeden Fall erreicht, nämlich unter 2 Stunden zu bleiben, ob ich auch im ersten Drittel des Feldes (wie gewünscht) gelandet bin wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Mit meiner Zeit von 1:53:22 bin ich mehr als zufrieden und hab auf dem Lauf alles richtig gemacht.

Foto 06.05.18, 12 00 14

Der Letzte Kilometer war hart und so falle ich erstmal auf die Wiese und versuche wieder zu Atem zu kommen. Als es wieder geht, genehmigte ich mir eine Cola und Wasser, mehr brauche ich heute gar nicht.

Es war wirklich ein super Lauf, bei dem ich es endlich geschafft habe mich an meine eigenen Vorgaben zu halten, nicht zu viel zu wollen und nicht zu überpacen.

Da ich im Anschluß schnell wieder zurück nach Erlangen wollte, da noch eine Feier anstand, habe ich mich nur schnell geduscht, mir ein leichtes Weizen und ein Bratwurstbrötchen gegönnt und bin ins Auto gestiegen.

Zu diesem Zeitpunkt war mein Gedanke schon:

„Pfreimdtaltrail 2018 – Was ein geiler Lauf!“

Und dann vergingen ein paar Stunden und als ich am Abend im Bett lag und nur kurz schauen wollte, ob die Ergebnisse schon online sind, bekam ich folgendes zu sehen:

Ergebnis Masters M

Ähhhh … was … ich auf dem zweiten Platz in meiner Altersklasse????

Da hab ich doch glatt die Siegerehrung verpasst, aber dank dem tollen Video vom Pfreimtaltrail von David Trott, konnte ich den noch sehen was ich verpasst habe. Geht einfach mal zum Zeitpunkt „15:58“.

Wirklich zu schade und ich habe mich wirklich selber sehr geärgert, aber der Veranstalter ist so nett und schickt mir meine Urkunde noch zu.

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Danke an alle, die diesen tollen Lauf ermöglicht haben!

Danke an den Veranstalter Thomas Hölzl (rechts im Bild) und die Sprecher Stephan Irrgang (links im Bild) und Rudi Obermeier (mittig im Bild), die wirklich eine super Stimmung gemacht haben!

Sprecher

Danke an die, die ich auf der Strecke kennenlernen durfte und vor allem noch einmal ein riesiges Dankeschön an alle die, die auf der Strecke geholfen haben.

IHR HABT EINEN SUPER JOB GEMACHT!!!!

… and Keep on running!

18. Erlangener Winterwaldlauf mit der Trail Premiere

Wie war das noch?

Die Läufe, die man gar nicht einplant, sind die besten Läufe!

Ich hatte diesen Erlangener Winterwaldlauf überhaupt nicht auf dem Schirm, obwohl ich hier letztes Jahr schon die 15 km gelaufen bin und es sau gut lief. Erst über Facebook wurde ich am Freitag morgen auf den Lauf aufmerksam und als ich dann noch laß, dass es dieses Jahr einen Trail geben würde, war mir klar, dass ich dabei bin.

Also am Freitag gleich nach der Arbeit noch schnell nach gemeldet, so schnell kann’s gehen.

Als meine Frau davon hörte war sie zuerst gar nicht so happy, war ich doch immer noch  dabei meine Grippe/Erkältung auszukurieren. Als sie aber hörte, dass es nur 7,5k sind, gab sie mir grünes Licht.

Am Samstag morgen war ich pünktlich um 9:30 Uhr im Startbereich, um in Ruhe noch eine Runde zum warm werden drehen zu können. Es waren -4 Grad, also warm genug für eine kurze Hose und eine leichte Jacke.

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Pünktlich, kurz vor 10:00 Uhr versammelten sich alle Trailrunner an der „Startlinie“, wobei eine Linie gab es eigentlich nicht nur so eine gedachte Linie, aber wir Trailrunner sehen sowas ja nicht so eng. Der Veranstalter gab uns kurz noch ein paar Informationen über die Strecke (Schlammlöcher, „Berg“, quer liegender Baum) und verließ uns dann Richtung der Walker, die hinter uns starten würden. Er meinte wir sollten starten wenn wir den Startschuss hören und so warteten wir.

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Irgendwie passierte dann nichts, bis plötzlich die Walker von 5 auf 0 herunterzählten und der Schuß ertönte.

Das Feld setzte sich sogleich in Bewegung und da ich relativ nah an der virtuellen Startlinie stand, befand ich mich sogleich im vorderen Feld. Ich hatte ca. 20 Läufer vor mir und 100 hinter mir, da wir später fast nur auf schmalen Trails unterwegs sein würden, bemühte ich mich meine Position zu halten und nicht ins Gewühl zu geraten.

Da ich nach meiner krankheitsbedingten Auszeit keine Ahnung hatte was gehen würde, war ich etwas erschrocken, als mir der erste Kilometer mit einer 4:24 min/km angezeigt wurde. Puh, … dass würde nicht gut gehen! Also etwas Pace raus genommen und der hinter mir laufende Läufer schien nichts dagegen zu haben, überholte er mich doch nicht.

Bei Kilometer 1,5 kamen wir zum einzigsten angekündigten Berg auf der ganzen Strecke und ich war wirklich froh, als ich den 5 Meter hohen Rodelberg hinter mir lassen konnte. Danach ging es wieder auf schmale Trails und das Überholen fiel hier wirklich schwer, nur wenn der Weg mal kurz etwas breiter wurde, konnte man schnell mal vorbeiziehen.

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Zwischen Kilometer 2-3 kamen wir zu den vom Veranstalter angesprochenen Schlammlöcher und wie sagte er noch: „Da müsst Ihr Euch Euren Weg außenrum suchen!“. Hallo … wir sind Trailrunner, da gibt es kein außenrum, da gibt es nur ein mittendurch. Und so nahm ich auch jedes Schlammloch mittendurch, was mir zwar nasse Füße bescherte, aber ich gewann so immer ein paar Meter auf die vor mir laufenden.

Zwischendurch ging es mal wieder auf breitere Wege, aber immer nur für ein kurzes Stück, der Veranstalter hatte sich wirklich Mühe gegeben möglichst nur schmale Trails zu finden.

7,5 km sind nicht lang und so kam ich nach 30 Minuten dem Ziel schon wieder näher. Auf den letzten 500 Metern konnte ich den vor mir laufenden Läufer endlich noch ein- und überholen, er hatte es mir wirklich nicht leicht gemacht.

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Die Runde hat echt Spaß gemacht, es war alles dabei was einen guten Trail ausmacht, sogar ein Berg!

Am Ende stand eine 32:17 auf der Uhr und somit der 14 Platz bei 119 Startern. Mir ging es hier nicht darum möglichst weit vorne zu landen, vielmehr wollte ich wissen wie fit ich nach der längeren Auszeit noch bin.

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Hoffentlich gibt es diesen Trail Lauf im Rahmen des Erlangener Winterwaldlaufs auch im nächsten Jahr, gerne auch ein paar Kilometer, Schlammlöcher und Berge mehr.

Danke für die tolle Organisation und Danke an alle Streckenposten, Ihr habt einen super Job gemacht.

… and Keep on running!

Ein Dank auch an die Fotografen: Fabiana Garske Jou, Stefan Schöner, Olaf Ulrich, Sylvio Kosse, Roland, Eduard Baumann für die Bilder. Weitere Bilder sind zu finden unter: Winterwaldlauf Fotos 2018

Rückblick – Taunus Ultratrail beim Running-Podcast

Kaum habe ich meinen eigenen Bericht über den Taunus Ultratrail veröffentlicht, kommt schon der nächste Bericht zu diesem Event.

Thomas und Peter haben in Ihrem Running-Podcast über den Lauf berichtet und ich durfte mich hier auch wieder äußern. Zu hören sind hier auch die Schnipsel, die wir während dem Lauf aufgenommen haben.

Viel Spaß beim Hören der Folge.

…and Keep on running!

Taunus Ultratrail – Was für ein Auftakt ins Laufjahr 2018

Normalerweise schaffe ich es hier einfach drauf los zuschreiben und meine Eindrücke und Erlebnisse vom Lauf zu formulieren. Doch will ich beginnen meinen Bericht für den Taunus Ultratrail zu schreiben, kommen mir so viele Bilder und Erlebnisse von diesem Wochenende in den Kopf, dass ich mich immer wieder sortieren muss.

Der Taunus Ultratrail ist ein Einladungslauf, an dem insgesamt maximal 40 Läufer starten dürfen. Unterschieden wird hier zwischen zwei Streckenlängen, die lange Strecke ich ca. 70km und hat etwas über 2000hm und die kurze Strecke sind 50km und diese hat dann ca. 1600hm. Es handelt sich um eine Oneway-Strecke, bei welcher man vom Zielpunkt aus mit einem Bus zum Startpunkt gebracht wird. Wer die 70km laufen möchte, steigt in Butzbach aus und wer nur 50km laufen möchte bleibt einfach im Bus sitzen und steigt am ersten Verpflegungspunkt aus, der somit gleichzeitig der Start für die 50km ist. Aus Sicht der Läufer der langen Strecke, gibt es offiziell insgesamt 3 Verpflegungspunkte, die sich gleichmäßig über die Strecke verteilen. Das schöne an dieser Veranstaltung ist, dass der Veranstalter anbietet, bereits am Vortag anzureisen und am Abends noch gemütlich zusammen zu sitzen.

Doch kommen wir jetzt langsam mal zum eigentlichen Wochenende des Laufes und starten mit der Anreise am Freitag.

Wie schon in einigen meiner vorherigen Blogbeiträge erwähnt, habe ich diesen Lauf von vornherein so geplant, dass ich zusammen mit Thomas vom running-podcast.de laufe. Da wir beide ein paar Kilometer Anreise hatten, haben wir sehr gerne die Option mit der Übernachtung im Ziel-Hotel gewählt und sind ganz bequem am späten Nachmittag des Vortages angereist. Da ich wieder erwarten sehr wenig Freitagsverkehr auf der Autobahn hatte, war ich fast einer der Ersten, der am Hotel eintrafen.

Bert und Jessyca, die Veranstalter dieses Laufes, waren noch dabei alles vorzubereiten. So habe ich erstmal mein Zimmer bezogen und mein Laufequipment im gesamten Zimmer ausgebreitet. Was man nicht alles dabei hat und dann doch nicht braucht.

Doch es dauerte nicht lange bis ich eine Nachricht bekam, dass Thomas auch angekommen ist. Die Freude war auf beiden Seiten groß, sich nach fast einem Jahr mal wieder persönlich zu treffen.

So langsam trafen auch die anderen Teilnehmer ein, die ebenfalls im Hotel übernachteten. Am Ende hatten sich ca. 20 Läufer versammelt und an jedem Tisch wurde über andere Läufe gefachsimpelt und Erfahrungen ausgetauscht. Für einen Nichtläufer wäre es ein Horrorabend gewesen, für uns war es jedoch das pure Gegenteil. Wie oft hat man schon die Möglichkeit sich in Ruhe mit Menschen zu unterhalten, die genau so verrückt wie man selber ist. Und Ultraläufer sind da glaube ich noch einmal etwas anders als andere Läufer, so genehmigt man sich auch am Vorabend eines Laufes noch mal 1-2 gemütliche Bierchen, natürlich nur um besser schlafen zu können.

Aber ich war hier sehr vernünftig und bin gegen 20:30 Uhr auf mein Zimmer verschwunden, um noch letzte Vorbereitungen für den Lauf zu treffen und möglichst früh zu schlafen.

Um 6:00 Uhr ging dann der Wecker … es war Ultratrail-Tag … ein Tag auf den ich mich 10 Wochen vorbereitet hatte. Die Nacht ging vom schlafen her so, trotzdem fühlte ich mich top fit. Schnell fertig gemacht und auf ging es zum gemeinsamen Frühstück, an dem alle Läufer teilnahmen, auch die, die nicht im Hotel übernachtet hatten. Hier hieß es noch einmal ordentlich zu langen, den 70km sind nicht gerade einmal nur um die Ecke gehen und an einem solchen Tag werden doch einige Kalorien verbrannt. Es war schon interessant zu sehen, wie schnell sich so ein Frühstücksbuffet leert, wenn 40 hungrige Läufer darüber herfallen. Die Hotelmitarbeiter waren die ganze Zeit bemüht alles immer und immer wieder aufzufüllen und so musste keiner von uns hungrig loslaufen

Nach dem Frühstück ging es noch schnell auf das Zimmer, die Softflasks befüllen und alles für den Lauf anzuziehen.

Pünktlich um 7:15 Uhr stand der Bus vor der Türe und sammelte alle Läufer ein. Die Fahrt zu Startpunkt dauerte eine gute Stunde und auch im Bus wurde sich wieder über den einen oder anderen Lauf ausgetauscht und gefachsimpelt. Der arme Busfahrer hatte am Ende anscheinend ziemlich mit seinem Navi zu kämpfen, welches die Strecke  nicht gerade bustauglich auswählte. Doch irgendwie gelangten wir zum Startpunkt und alle (auch die 50km Läufer) versammelten sich für ein kurzes Gruppenbild.

Um 8:40 Uhr war es dann soweit, Bert versuchte unsere Aufmerksamkeit zu bekommen und wollte von 3 herunterzählen, aber aus welchen Gründen auch immer, klappte das nicht so, wie er es sich vorstellte und so meinte er dann irgendwann: „Ach … lauft doch einfach los!“ Und so setzen sich 22 Läufer der 40 in Bewegung, um die 70km und 2100hm anzugehen.

Eines sei vielleicht an dieser Stelle hier noch erwähnt, bei diesem Lauf gibt es keinen durch den Veranstalter markierten Weg. Zur Orientierung dient die Ausschilderung des Taunus-Höhenweges (schwarzes T) und des Fernwanderweges E3 (blaues Kreuz) und wenn man wollte ein Navigationsgerät (Laufuhr oder ähnliches). Hier hieß es also auf der gesamten Strecke aufzupassen, um nicht vom Weg abzukommen.

Unser Weg führte uns zu Beginn durch ein kurzes Waldstück, was uns gleich aufzeigte wie die Bodenverhältnisse in den tieferen Regionen seien werden … matschig!

Kurz nach diesem Waldstück passierten wir den kleinen Ort Hausen an dessen Ortsausgang der Weg gleich wieder in den Wald führte und für uns auch die ersten Höhenmeter parat hielt. Wie vorher mit Thomas besprochen gingen wir fast jede Steigung und so auch diese. Kräfte sparten war angesagt, da der Weg noch lang sein würde. Nach guten 150 Höhenmetern hatten wir unseren ersten „Berg“, den Hausberg erklommen und unser Weg führte uns weiter über den Hainbuchenkopf nach Bodenrod.

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Die Streckenführung auf diesem ersten Teilstück war sehr abwechslungsreich und so ging es teils auf breiteren Waldwegen, teils auf Singeltrails immer weiter Richtung unseres ersten VPs. Kurz bevor wir den ersten VP erreichten hatten wir das erstemal mit den Auswirkungen des Sturms der letzten Woche zu kämpfen. Für uns war es noch relativ einfach diese Stelle zu passieren, konnten wir doch einfach untern den umgeknickten Bäumen hindurchkriechen. Doch ein Waldarbeiter wollte kurz nach uns damit beginnen die Bäume zu zerlegen, was den nachfolgenden Läufern Probleme bereiten würde, wäre der Durchgang dann an dieser Stelle unmöglich. Wie wir erfahren habe war es dann aber doch für alle möglich diese Stelle zu passieren.

Nach etwas mehr als 17km erreichten wir den ersten VP und wurden sofort mit allem versorgt was wir nur brauchten. Unsere Softflasks wurden mit heißem Tee aufgefüllt und zu Essen gab es alles was das Herz begehrte. Hunger hatte ich noch überhaupt keinen und hätte auch nichts runter bekommen, so reichten mir 2 Becher warmer Tee.

So gestärkt ging es auf unsere zweite Etappe Richtung des zweiten VP beim Freizeitpark Lochmühle. Schon früh war uns klar, dass wir den Lauf im Kopf in Etappen aufteilen mussten, um immer ein nahes Ziel vor Augen zu haben.

Schon kurz vor dem ersten VP hatte sich eine kleine Gruppe aus 5 Läufern und einem Hund Namens Moya (der erste Hund den ich kennengelernt habe, der eine eigene Facebook-Seite hat) gebildet, die alle ungefähr das gleiche Tempo anstrebten. Soviel kann ich schon verraten, diese Gruppe blieb bis zum Ziel zusammen. Wobei man „zusammen“ nicht so verstehen darf, dass wir immer im Knäuel gelaufen sind. Nein die Gruppe hat sich mal etwas auseinander gezogen, mal war der eine etwas weiter vorne mal der andere. Was sich in der Gruppe aber ziemlich gut entwickelt hat, war das Zusammenspiel. Wenn der Weg mal nicht so 100% klar war, haben wir bis zu 5 Meinungen gehabt und meistens gab es nur 1-2 die abweichten und so wurde sich auf den Großteil der Gruppe verlassen. Auch beim Laufen war es so, dass mal der eine mit dem gehen am Berg begonnen hat und mal der andere wieder den Antritt gestartet hat.

Nach dem VP ging es gleich mal wieder ein Stück den Berg hinauf, nichts schlimmes, aber wir gingen trotzdem und so hatten Thomas und ich zwischendurch auch immer mal wieder Zeit einen kleinen Schnipsel für einen geplanten Podcast über den lauf aufzunehmen.

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Die Wege verliefen über die nächsten 10km auf breiten Waldwegen und so waren die 200 hm, die auf diesem Stück zu überwinden waren auch größtenteils laufbar. Am Ende dieses 10km langen Anstieges erreichten wir die Ruinen Kapersburg. Es ist schön immer wieder auch an Stellen vorbeizukommen, wo es etwas zu sehen gibt.

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Nachdem der erste Halbmarathon nun bereits ein gutes Stück hinter uns lag, war es an der Zeit zu sehen, wie es Thomas bis jetzt so ergangen ist:

Mit soviel poistiver Energie und Spaß beim Laufen ging es weiter. Der Sonnenschein, den wir noch zu Beginn des Laufes genießen durften, wurde jetzt leider durch einen immer dichter werdenden Nebel verdrängt.

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Von der Kapersburg bis zum zweiten VP waren es noch einmal gute 7km und bei mir fühlten sich die Beine immer noch sehr gut an, bis auf ein so leichtes ziehen in der linken Kniekehle, was mich aber beim Laufen überhaupt nicht behindert hat.

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Auch am zweiten VP wurde wieder jeder unserer wünsche erfüllt und hier gab es sogar Radler und Bier, auf welches ich aber zu diesem frühen Zeitpunkt noch gerne verzichtete. Gegen einen Tee und ein Mars hatte ich aber nichts einzuwenden. Auch an diesem VP war die Stimmung wirklich super und nach einer kurzen Pause machten wir uns dann daran den Großen Feldberg (Höhe 881 Meter) in Angriff zu nehmen. Jetzt lagen gute 14km, mit so um die 550hm bis zum höchsten Punkt des gesamten Laufes, vor uns.

Schon von unten aus war klar, dass das Wetter oben etwas anders sein würde. Das Schneetreiben wurde dichter und alles verwandelte sich in ein Winter-Wonderland.

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Leider verließ die Strecke jetzt ab und zu den Wald und wir mussten immer wieder geteerte Passagen laufen.

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Doch kurz nach dem Römercastell Saalburg führte der Weg beim „Römischen Götterhimmel“ wieder in den Wald und ab hier wurde es langsam auch etwas steiler.

Ab jetzt begann der Streckenabschnitt auf den ich mich persönlich am meisten gefreut hatte, auch wenn ich diese Steigungen noch nicht alle Laufen kann, so machen sie mir langsam genau soviel Spaß, wie die daraus resultierenden Downhills.

Der Lauf hatte zwischendurch immer mal wieder etwas mystisches, denn auf dieser Höhe hingen die Wolken/der Nebel am Großen Feldberg.

Thomas hatte immer noch Elan und so nahmen wir auch auf diesem Teilstück wieder einen Schnipsel für den Podcast auf. Ich nehme mal an, dass es der erste Podcast-Schnipsel mit zugehörigem Bildmaterial vom Running-Podcast ist.

 

Kurz vor dem „Gipfel“ des Großen Feldbergs wurde die Zahl der Ausflügler etwas größer und wir bekamen so manch ungläubigen Blick, wie man bei einem solchen Wetter nur auf den Feldberg „joggen“ könne.

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Nachdem wir bereits fast 48km in den Beinen hatten, erreichten wir nach 6 Stunden den höchsten Punkt unseres Laufes, der knapp unter dem „Gipfel“ des Großen Feldbergs lag. Oben angekommen nahmen wir uns die Zeit für eine kurze Fotosession und waren  froh diese Herausforderung des Laufes hinter uns gebracht zu haben.

Da es hier oben aber doch recht zugig war und wir vom Aufstieg alle gut durchgeschwitzt waren, suchten wir schnell den richtigen Weg, um wieder weiter zu laufen. Die ersten Meter gingen noch ganz gut, doch dann verliefen wir uns ganz kurz. Zum Glück fiel es einem aus unserer Gruppe schon nach 100 Metern auf und so war es nicht allzu schlimm. Es war auch das einzigste mal an diesem Tag, dass wir einen falschen Abzweig genommen haben, die Team-Navigation klappte hervorragend. Also ein paar Meter zurück, ab auf den schmalen verschneiten Singeltrail und es endlich mal wieder etwas laufen lassen. Ok, wir haben hier nicht richtig Gas gegeben, denn noch lag ein guter Halbmarathon mit zwei kurzen Anstiegen vor uns. Den Beinen tat es aber einmal gut, dass es nicht bergauf ging.

Bis zum dritten VP ging es nur bergab und es waren wirklich erholsame 5km. Am eigentlich letzten VP versorgten wir uns noch einmal mit allem was wir für die letzten 18km brauchen würden. Als kleine Belohnung, für dass was wir bis jetzt geschafft hatten teilten wir uns zu dritt ein 0,33er Bier. Ok, nicht viel für jeden, aber es tat einfach gut!

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Da meine Handschuhe langsam feucht waren und meine Hände etwas kalt wurden wechselte ich hier schnell noch auf mein zweites Paar, welches ich vakuumiert und somit sehr trocken bei mir hatte. Nach ca. 5 Minuten Pause machten wir uns wieder auf den Weg.

Bis Kilometer 57,5 ging es weiterhin nur bergab und so kamen wir zwischendurch auch mal auf eine 5er Pace. Doch damit war es plötzlich vorbei, denn der Sturm der vergangenen Woche hatte hier seine Spuren hinterlassen und der eigentliche Weg war für gute 100 Meter unpassierbar. So hieß es also einen kleinen Hang nach oben klettern und die Sturmschäden zu umgehen.

Nachdem wir dieses Hindernis überwunden hatten ging es kurz darauf wieder nach oben und es hieß noch einmal 200hm auf den Atzelberg zu überwinden. Der 2km lange Aufstieg zog sich schon ganz schön hin und auch ich merkte, dass die Beine langsam immer müder wurden. Ich glaube jeder von uns war froh als wir die 200hm hinter uns gebracht hatten und wussten, dass jetzt nur noch ein Anstieg auf uns wartete.

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Ich war nach wie vor sehr froh, dass es immer noch hell war und so langsam wurde uns klar, dass wir nur die letzen 5-6 Kilometer mit der Stirnlampe zurücklegen müssten.

Hier im Wald erwischte uns dann noch irgendwo eine Wildtierkamera. Zum Glück war es keine Geschwindigkeitskontrolle, sonst hätten wir wegen Unterschreitung der Mindestgeschwindigkeit noch eine Strafe zahlen müssen.

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Bis nach Fischbach ging es wieder nur bergab und nach einer kurzen Ortsdurchquerung, kurz vor unserem letzten Anstieg, dann die Überraschung. Wie aus dem Nichts, standen plötzlich Bert und Jessyca vor uns und hatten einen ungeplanten VP ins Leben gerufen. Wir stärkten uns alle noch einmal kurz und machten uns dann auf den Weg diesen letzten kleinen, aber gemeinen Anstieg zu nehmen. Bei diesem Anstieg ging es gar nicht mehr um die Kraft in den Beinen, vielmehr um die Willenskraft einen Fuß vor den anderen zu setzen.

Oben angekommen war klar, jetzt nur noch 2,5km bergab in Ziel und wir hätten es geschafft. Und man merkte auch, dass jeder nur noch ins Ziel wollte und so ließen wir die Beine einfach nur laufen.

Im Ziel, am Waldhotel in Kelkheim, erwartete uns bereits Peter und klatschte einen nach dem anderen von uns ab.

Nach etwas unter neuen Stunden hatten wir die 70km und 2200hm geschafft. Dafür, dass wir das Ganze entspannt angegangen waren, eine super Zeit.

Die Zeitnahme erfolgte hier übrigens nicht mit einer Stoppuhr, nein jeder der das Ziel erreichte stempelte seine Zeit mit der abgebildeten Stempeluhr.

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Im Ziel-Hotel wartete jetzt eine warme Dusche auf uns und nochmal ein kleines Buffet zur Stärkung. Auch der Ausklang dieses Laufes war wie der Beginn, alle die bereits im Ziel waren saßen zusammen und tauschten sich über die vergangenen 70km aus.

Gegen 20:00 Uhr machte ich mich dann langsam auf den Weg in Richtung Heimat, lagen doch noch 250km Autobahn vor mir. Es ist schon schön eine auto mit DSG und Tempomat zu haben, da können sich die Beine schon auf der Heimfahrt regenerieren

Am Ende möchte ich mich auch noch einmal bei den weiteren 3 Läufern unserer kleinen Gruppe bedanken. Danke Christoph, Jürgen und Rainer es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht mit Euch den Großteil dieser Strecke zusammen laufen zu dürfen!

Und natürlich am Ende auch eine riesiges Dankeschön an Thomas. Es war ein super Lauf mit Dir zusammen und ich hoffe wir haben wieder einmal die Gelegenheit, zu einem solchen Abenteuer.

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… and Keep on running!